Langenburg Gedenken an den Badeunfall vom 5. Juli: Schweigeminute für toten Buben

Der Nichtschwimmerteil des Beckens im Langenburger Freibad befindet sich vorne rechts im Bild. Er ist mit einem Seil von dem Teil des Beckens abgetrennt, der den Schwimmern vorbehalten ist.
Der Nichtschwimmerteil des Beckens im Langenburger Freibad befindet sich vorne rechts im Bild. Er ist mit einem Seil von dem Teil des Beckens abgetrennt, der den Schwimmern vorbehalten ist. © Foto: Archiv/ Stadt Langenburg
ERWIN ZOLL 23.07.2015
Mit einer Schweigeminute hat der Gemeinderat Langenburg des Jungen gedacht, der bei einem Badeunfall im Freibad ums Leben gekommen ist.

"Wir alle haben gehofft, dass der Junge den Unfall - möglichst unbeschadet - übersteht", sagte Bürgermeister Wolfgang Class am Dienstag zu Beginn der Sitzung. Diese Hoffnung habe sich leider nicht erfüllt. "Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt den Eltern und Geschwistern", betonte Class.

Der Bub, der einen Monat später vier Jahre alt geworden wäre, war am 5. Juli leblos auf dem Grund des Nichtschwimmerbeckens gefunden worden. Er wurde nach Wiederbelebungsversuchen mit einem Rettungshubschrauber nach Erlangen geflogen, wo er am 7. Juli starb (das HT berichtete).

Ausdrücklich bedankte sich Class bei allen, "die ihr Bestes gegeben haben, um das Leben des Jungen zu retten". Er betonte, dass die Versorgung des Jungen durch die Badeaufsicht und die Rettungskräfte funktioniert habe.

Ermittlungen abgeschlossen

Die Polizei hat ihre Ermittlungen inzwischen abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft, die das Verfahren leitet, erklärte auf HT-Anfrage, dass gegen die 39-jährige Mutter des Jungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt wird. Sollte die Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis kommen, dass die Mutter den Tod des Buben verschuldet hat, so kommt allerdings in Betracht, dass von Strafe abgesehen wird. Dies ist im Strafgesetzbuch für Fälle vorgesehen, in denen "die Folgen der Tat, die den Täter getroffen haben, so schwer sind, dass die Verhängung einer Strafe offensichtlich verfehlt wäre".

Nach HT-Informationen hat sich die Mutter vor dem Badeunfall unmittelbar am Beckenrand aufgehalten und dann das leblose Kind von ihrer zwölfjährigen Tochter entgegengenommen. Sie hatte außerdem ihr eineinhalbjähriges Kleinkind bei sich. Keine Ermittlungsverfahren gibt es laut Staatsanwaltschaft gegen die Bademeister, gegen Rettungskräfte oder andere Personen. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass der Junge gestoßen, geschlagen oder unter Wasser gedrückt worden wäre. Das Kind habe nicht schwimmen können und sei nicht mit einer Schwimmhilfe ausgestattet gewesen, sagte Erster Staatsanwalt Armin Burger.