Mainhardt Gastspiel an Heiligabend

Sanierungsarbeiten im Altarraum, die Kirchenbänke sind mit Planen abgedeckt. Foto: Wolf-Dieter Retzbach
Sanierungsarbeiten im Altarraum, die Kirchenbänke sind mit Planen abgedeckt. Foto: Wolf-Dieter Retzbach
WOLF-DIETER RETZBACH 14.09.2013
Erst war nur der Altarraum geplant, jetzt sind auch Decken, Türen, Beleuchtung, Heizung und Verglasung an der Reihe: Die katholische Kirche zum Heiligsten Herzen Jesu wird für eine halbe Million Euro saniert.

Prosper von Aquitanien und Clarus sind verreist. Die beiden sind für einige Monate aus Mainhardt weg - und nach Rottenburg gezogen. Das, was von den Heiligen aus dem 5. und 7. Jahrhundert übrig ist, lag bisher im Altar der katholischen Kirche Mainhardt. Bei der Altarweihe im März 2014 kommen die Überreste zurück an ihren angestammten Platz. Dann soll die Sanierung des Gotteshauses fertig sein.

Dort, wo wieder der Altar stehen wird, erinnert derzeit nichts an einen kirchlichen Ort. Holzpaletten stehen herum, Platten, Eimer. Die bisherigen Treppenstufen sind weg, der Altar steht künftig weiter vorne und tiefer. Pfarrer und Ministranten haben dann mehr Platz vor den Bänken, die momentan mit Planen eingedeckt sind. An Gottesdienst ist derzeit nicht zu denken, sonntags wird im Gemeindehaus nebenan gebetet. Heiligabend feiern die Katholiken in diesem Jahr ab 19 Uhr in der evangelischen Kirche.

Für insgesamt 505000 Euro wird die katholische Kirche saniert. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart bezuschusst das Projekt mit etwa 350000 Euro, teilt der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Wilfried Correll, mit.

Erneuert werden die Elektroinstallationen aus den 60er Jahren, die Eingangstüren, die Lüftungskanäle der Heizung. Die Kirche macht sich von dem Öltank im Pfarrhaus unabhängig und wird künftig über eine Gasheizung unter der Sakristei gewärmt. Das Sakristeigebäude selbst wird isoliert, die Verglasung auf der Ostseite der Kirche abgedichtet. Eine neue Konstruktion macht das Auswechseln kaputter Deckenlampen weniger riskant als bisher. Die Deckendämmung wird 13 Zentimeter stärker, auf das Gebälk kommt ein neuer Boden. Ein Rieselschutz soll verhindern, dass potentiell gesundheitsgefährdende Glasfaserwolle nicht mehr von der Decke fallen kann. "Es gibt viel zu machen", sagt Vorarbeiter Manfred Noller, "das ist nicht mit der Sanierung eines Einfamilienhauses vergleichbar." Von den 770 katholischen Gemeindemitgliedern besuchen laut Correll im Schnitt 50 bis 60 den Gottesdienst. Weil die Sanierung sonst zu teuer werden würde, entfällt die Renovierung der Kirchenbänke.

50 Jahre auf dem Buckel