Von den derzeit eigentlich recht guten Steuereinnahmen bleibt nicht viel: Je mehr Steuern Vellberg einnimmt, desto weniger Schlüsselzuweisungen zahlt das Land und desto höher sind die Umlagen der Stadt an Kreis und Land. „Von unseren Mehreinnahmen bleiben voraussichtlich nur 130 000 Euro übrig“, so Zoll in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Deshalb sahen sich die Räte die von der Verwaltung geplanten Investitionen genau an.

Für Diskussion sorgte die sanierungsbedürftige Stadthalle in Talheim. Bürgermeisterin Ute Zoll stellte klar, dass derzeit dafür keine Mittel zur Verfügung stehen. Sie schlug vor, wenigstens den Eingangbereich optisch zu verschönern. „Da schaut man direkt auf das Stühlelager, wenn man ins Foyer kommt“, so Zoll. Für rund 40 000 Euro ließe sich laut Architekt Lorenz Kraft einiges erreichen, erläuterte sie. Außerdem möchte sie eine elektronische Schließanlage für rund 17 000 Euro einbauen lassen, um besser kontrollieren zu können, wer wann in der Halle ist. Die Gemeinderäte waren aber der Meinung, dass 40 000 Euro besser für wichtigere Maßnahmen eingesetzt werden sollten, etwa für die völlig veraltete Lüftung der Halle. Auch mit der Schließanlage stieß Zoll auf Widerstand. Zu anfällig, lieber warten, bis die Technik ausgereift ist, so der Tenor. Angesichts der angespannten Finanzlage wurden beide Beträge gestrichen.

Uneinig waren sich die Räte zunächst wegen einer Kletterpyramide für den Pausenhof der Schule. Während die Bürgermeisterin und Gemeinderätin Katrin Heinritz das als sinnvoll und notwendig erachteten, wies Petra Schmitt auf die Unfallgefahr und die Haftungsproblematik hin. Zoll will einen Teil der dafür veranschlagten rund 15 000 Euro über Spenden finanzieren. Sie sei schon auf Akquise. Der Betrag blieb im Haushaltsentwurf. Gestrichen wurden 5000 Euro für einen neuen Stromanschluss am Wohnmobilstellplatz Burggraben.

Michelbach

15 000 Euro werden für die Erstellung eines Konzepts zur Fernüberwachung der Kläranlage eingeplant. Hintergrund dazu sind rechtliche Verschärfungen. Um die Abwasserbeseitigung auf den aktuellen Stand zu bringen, seien mittelfristig sicher 200 000 Euro an Investitionen nötig, so Zoll.

12 000 Euro sind für eine neue Telefonanlage im Rathaus und weitere 10 000 Euro für Sanierungen der Stadtmauer vorgesehen. Ohne Zuschüsse muss die Stadt wohl das Dach der Kita Schönblick erneuern, was rund 213 000 Euro kostet. Für einen Löschwasserbehälter im Gewerbegebiet Talheim werden 190 000 Euro, für die Planung der Erschließung des neuen Gewerbegebiets Talheim-­Ost werden 80 000 Euro in den nächsten Haushalt eingestellt. Die Erschließung selber kann erst 2021 in Angriff genommen werden, weil zunächst das Baugebiet Wolfsgraben in Großaltdorf für 1,515 Millionen Euro erschlossen werden soll. An der Sanierung der Ortsdurchfahrt Merkelbach muss sich die Stadt mit rund 30 000 Euro beteiligen.

Weitere Kredite auf dem Plan

Ein großer Posten ist auch die Kredittilgung mit 241 000 Euro. Dieser Betrag wird sich die nächsten Jahre steigern, denn bis 2021 muss Vellberg wahrscheinlich 3,5 Millionen Euro an Kredit aufnehmen. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt dann auf den Höchststand von 1090 Euro. Im Vergleich mit den anderen Kreisgemeinden belegt Vellberg dann einen der oberen Plätze. „Damit unsere Verschuldung nicht weiter ansteigt, müssen wir einige Investitionen verschieben“, so Zoll.

Heilbronn/Untermünkheim

Laut Kämmerer Oliver Taubald kann Vellberg im Ergebnishaushalt 2019 ein positives Ergebnis erwirtschaften, das dank der erfreulichen aktuellen Steuerschätzung des Bundes etwas besser als erwartet ausfällt. Auch im weiteren Verlauf bis 2022 bleibt es voraussichtlich im Plusbereich, allerdings belasten ihn die weiter anwachsenden Kreditzinsen.