Wallhausen Gemeindejubiläum: Wallhausen feiert kräftig

Wallhausen / Ute Schäfer 30.07.2018
Eingebettet in das Badfest drehte sich an Wochenende in Wallhausen alles um den 875. Geburtstag der Gemeinde.

Elke Dürr steht mit einem aufblasbaren Badetier um den Bauch am Wagen des Familienfreibads Hengstfeld. Und ja, natürlich hat sie die Badesachen dabei. Denn natürlich baden Hengstfelder auch mal in Wallhausen. Wenn’s beim Umzug zum Gemeindejubiläum arg heiß war, zum Beispiel.

Sein Badfest feiert Wallhausen jedes Jahr, organisiert im Wechsel von der DLRG und der Feuerwehr. Das Jubiläum allerdings begeht die Gemeinde nur alle 25 Jahre. Und deshalb wurde der traditionelle Badfest-Oldtimer-Umzug heuer flugs ausgebaut zum Jubiläumsumzug mit 29 phantasievoll und mit viel Liebe gestalteten Wagen.

Ganz ohne Zünsler

Zum Beispiel der des Obst- und Gartenbauvereins. Geschmückt mit Gemüse, Blumen und Buchsgirlanden – und nein, der gefürchtete Zünsler ist in Wallhausen noch nicht angekommen, teilen die Gartenfreunde mit, zum Glück. Die gut gelaunte Gruppe ist standesgemäß gekleidet in grüne Schürzen, Blumenblusen und Strohhüte, die Mädchen haben Blütenkränze im Haar.

Bei den 29 Umzugswagen ist auch der Bund der Selbständigen dabei. Bis zum Vortag durfte den Wagen niemand sehen, erzählt Peer Hahn, denn seine Aussage war politisch: Zum Umzug präsentierten sich darauf Wallhausener Kraftprotze - die fünfjährigen Zwillinge Robin und Mika samt Papa Michael Ley, als Gewichtheber verkleidet. Sie hatten gar Schweres zu stemmen – den höchsten Gewerbesteuersatz im Landkreis – und dennoch zogen sie und alle anderen vergnügt winkend und lachend durch die Straßen und an der Ehrentribüne vorbei. Dort gab es Ständchen und Einlagen – auch von der Komödiantentruppe der Alterswehr, die das Salutieren freilich noch üben muss.

Feuerprobe

Da grinste selbst Einsatzleiter Jens Scheu, der mit Funkgerät und Einsatzplan die Stellung hielt. Er ist stellvertretender Kommandant der Gesamtwehr Wallhausen und bei ihm liefen die Informationen der Streckenposten zusammen. „Es sind dreimal mehr Zuschauer als erwartet“, meldete ihm etwa Marco Kreuzberger aus dem Eröffnungswagen. „Die Straßenränder sind voll.“

Kreuzberger besteht mit diesem Fest im Übrigen seine Feuertaufe. „Ich bin erst seit Februar Kommandant“, sagt er, und nein, geschlafen habe er in den vergangenen Nächten eigentlich nicht. Das Badfest wollte gefeiert und alles wollte organsiert sein. „Das Zelt haben wir kurzfristig auch noch vergrößert.“ Das hat sich gelohnt: 2000 Besucher waren es gestern am und ums Festzelt, vermutet Kreuzberger.

Den Umzug betrachteten wohl noch mehr. Das freute Bürgermeisterin Rita Behr-Martin. „Es sind ja schon so viele Wallhausener auf den Wagen“, sagte sie, nämlich ziemlich genau 875 Teilnehmer. Mithin etwa jeder vierte Wallhausener. Und das Besondere daran: „Das macht für jedes Jubiläumsjahr einen“, sagt Jürgen Rosenäcker. Er ist der Kämmerer von Wallhausen und weiß, wie viele „Märkle“ die Gemeinde an die Teilnehmer ausgegeben hat. Rosenäcker erinnert sich übrigens noch gut an den Jubiläumszug vor 25 Jahren „da war ich junger Inspektorenanwärter“, sagt er, und schon damals war er in Doppelfunktion unterwegs. Als städtischer Angestellter und als Mitglied der Crailsheimer Bürgerwache. Heute ist er Oberst und deren Kommandant. Stolz ließ er die vier Züge samt Kanone Gertrud vor der Ehrentribüne Halt machen „Präsentiert das Gewehr“ grüßte er die Gäste.

Der Umzug endete im Festzelt, wie es sich gehört. Alle teilnehmenden Musikkapellen trafen sich dort zum großen Gesamtchor. „Es gibt es paar Stücke, die alle Blaskapellen drauf haben“, erklärt Rosenäcker. „Die werden gespielt.“

Nach dem Mittagessen (Kreuzberger: „Wir haben schon lange das 1000. Schnitzel verkauft.“) setzte die Gemeinde zum großen Festakt an: Die Ehrengäste – die Abgesandten der Partnergemeinden und Partnerwehren, Landrat Bauer und MdL von Eyb – überbrachten ihre Glückswünsche und die Gemeinde zeigte bei Vorführungen, was sie kann: Sport, Tanz, Musik - und feiern. Denn auch das konnten die Wallhausener an diesem ihrem Festwochenende ausgiebig.

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