Kirchberg Für eine Welt ohne Hunger

Zu Gast bei Rudolf Bühler: der Schweizer "Kuhflüsterer" Martin Ott. Privatfoto
Zu Gast bei Rudolf Bühler: der Schweizer "Kuhflüsterer" Martin Ott. Privatfoto © Foto:  
Kirchberg / HARTMUT VOLK 05.03.2016
"Ökologischer Landbau als zukunftsfähiges Modell für eine Welt ohne Hunger" - das ist der Leitgedanke des Themenabends im Kirchberger Schloss, zu dem die Stiftung "Haus der Bauern" am Dienstag einlädt.

Nicht der Einsatz von mehr Kunstdünger und Pestiziden, größeren Produktionseinheiten und Maschinen, geschweige denn der Gentechnik trage zur Lösung des Hungerproblems auf der Welt bei, meint Stiftungsvorsitzender Rudolf Bühler. Die effizienteste und ressourcenschonendste Form der Landwirtschaft ist für den Biobauern und Gründungsvorsitzenden der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) der ökologische Landbau. Zwar lägen dessen Erträge im Schnitt um 20 Prozent niedriger als in der konventionellen Landwirtschaft, dafür sei deren Energie-Input um ein Vielfaches höher als im Ökolandbau.

Bühlers Plädoyer für eine bäuerliche Landwirtschaft mit regionalen, naturkonformen Kreisläufen gründet sich auf den "Faktor 4", die Nachhaltigkeitsformel des Physikers und Co-Präsidenten des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker, der berechnet hat, dass in der ökologischen Landwirtschaft um das Vierfache ressourceneffizienter gearbeitet wird als bei agrarindustrieller Produktionsweise.

Mit auf dem Podium ist der Schweizer Biobauer und Präsident des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau, Martin Ott. Auf Gut Rheinau im Kanton Zürich bewirtschaftet er den größten Demeter-Betrieb der Schweiz mit einem Milchviehbestand von 100 Kühen. Sein Buch "Kühe verstehen - eine neue Partnerschaft beginnt" wurde in der Schweiz ein Bestseller und hat den Blick geweitet für einen wesensgemäßen Umgang mit Tieren, die individuelle Lebewesen sind und keine Milch- oder Fleischmaschinen. Ott spricht sich aus für einen "Kulturwandel weg von der Massenproduktion" und tritt für Investition in regionale, standortangepasste Wirtschaftskreisläufe ein.

Die Veranstaltung am kommenden Dienstag, 8. März, beginnt um 19 Uhr im Rittersaal. Sie wird mit der Bauernschule Hohenlohe durchgeführt und soll den Auftakt bilden zu weiteren Themenabenden der "Akademie für ökologische Land- und Ernährungswirtschaft", die die Stiftung "Haus der Bauern" im Kirchberger Schloss einrichtet.

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