Zwei Exilhohenloher haben in den Baderstudios eine sehr ruhige Tonart angeschlagen. Von Florian Kontny produziert, führt Ruben Stein in „Much To Gain“ entspannt und nachdenklich in den Spätsommer. Dabei greift er nur auf Stimme, Gitarre und Loopstation zurück.

Plötzlich ergriffen

Wer kennt das nicht? Man kauft sich eine neue Platte, sei es nun digital, als CD oder auf Vinyl gepresst, und nimmt sich fest vor, erst einmal alles durchzuhören. Und dann kommt es, das Lied drei, vier oder sieben, und ergreift einen – packt einen an Geist und Seele und lässt nicht mehr los. Meist ist die Repeat-Taste dann schnell gedrückt, das Lied in der Endlosschleife – und der Rest zunächst vergessen.

„Much To Gain“ hat gleich mehrere solcher Lieder, aber „Like Her“ ist ein absolutes Brett. Weil es, und das gilt für das gesamte Album, nicht auf instrumentellen Bombast setzt, sondern weil Ruben Steins Stimme in Kombination mit seiner akustischen Gitarre einen in seinen Gedanken versinken lässt. Man vergisst ein bisschen die Welt um sich.

Die Inspirationsquellen des 26-Jährigen, etwa Angus and Julia Stone oder Ed Sheeran, klingen in seinen Liedern klar durch, er gibt dem Ganzen jedoch eine ganz persönliche Note.

Ein gutes Beispiel dafür ist „Open Hearts“, bei dem man sich zu Beginn kurz überlegt, ob man das Radio abgestellt und die CD eingelegt hat. Und doch erkennt man Rhythmik und Stimme von Ruben Stein sehr schnell, machen sie seine Musik doch zu dem, was sie ist: keine simple und ersetzbare Kopie funktionierender Konzepte, sondern etwas wiedererkennbar Eigenes.

„Much To Gain“ ist eine Empfehlung für jeden, der sich beim Musikhören einfach treiben lassen möchte. Sei es im Grünen liegend, in eine Decke auf die Couch gekuschelt mit einem Tee in der Hand oder nach einem anstrengenden Tag: Es ist Musik, bei der man die Seele baumeln lassen kann.

Info „Much To Gain“ erscheint am
27. August bei den gängigen Portalen wie iTunes, Amazon und Spotify sowie als CD auf der Webseite des Künstlers: www.ruben-stein.de.