Auf der Basis des erfolgreichen Bürgerentscheids im Januar hat das Ingenieurbüro von Gerhard Richter und Jochen Rausenberger aus Gerlingen ein neues Freibad zum Kostenpunkt von rund 1,6 Millionen Euro konzipiert – das Becken wäre in dieser Version 25 Meter lang und 10 Meter breit.

In einer Arbeitsgruppe, in der sich Förderverein-Mitglieder, Stadträte und Rathaus-Mitarbeiter intensiv mit dem Thema Freibad beschäftigen, keimte dann aber recht schnell die Idee, das neue Bad größer und damit auch wesentlich attraktiver zu gestalten.

Die beiden Planer stellten dem Stadtparlament jetzt wunschgemäß eine solche neue Version für die künftige Freizeitstätte im Vorbachtal vor, die einen maroden, über 85 Jahre alten Vorgängerbau ablösen soll und deren Technik für maximal 550 Besucher pro Tag ausgelegt ist: Das mit Folie ausgekleidete Becken wächst in den Plänen  auf eine Länge von rund 33 Meter an, die Wassertiefe beträgt statt 1,85 nunmehr 3,60 Meter – was auch einen Sprungturm ermöglichen würde.

Die beiden Experten taxierten die Mehrkosten auf insgesamt 170 000 Euro. Darin enthalten sind auch rund 40 000 Euro, die auf dem aufgefüllten Gelände für eine notwendige Gründung des Baues auf 45 stabilen Bohrpfählen fällig sind. Summa summarum kostet das neue Freibad zu heutigen Preisen also rund 1,77 Millionen Euro – und dabei muss es unbedingt bleiben, wenn es nach Lothar Mühlenstedt geht: „Das ist für mich die absolute Obergrenze“, sagte der Stadtrat.

Sein Kollege Hans-Joachim Feuchter führte in puncto Kostenstabilität zum Beispiel Einsparungen bei der Zahl der Spinde (100 sind vorgesehen) oder zeitlich schiebbare Ausstattungen wie einen Sandspielplatz ins Feld.

Die Stadträte gehen zudem davon aus, dass die „Freibad-Freunde“ wie angekündigt ihren Part spielen, wenn es um die Personalkosten und Eigenleistungen geht. Ulrich Herrschner zum Beispiel will seinen Hut ziehen, „wenn der Förderverein die Aufsicht übernimmt“.

Stadtrat Frank Klöpfer erinnerte daran, dass die „Freibad-Freunde“ einen „langen Atem brauchen“ – und 30 000 bis 40 000 Euro an Eigenleistungen „sollten schon drin sein“. Der Planer Gerhard Richter  hielt  dies bei  Abriss und Materialtrennung durchaus für denkbar. Stadtrat Frank Weiß rechnete vor, dass den Mehrkosten von zehn Prozent eine immerhin um ein Drittel größere Wasserfläche gegenüberstehe.

Einstimmig votierte das Gremium letztlich dafür, den Zuschussantrag für das größere Becken zu stellen. Genau in diesem Punkt könnte sich aber auch die letzte Hürde für das Projekt auftürmen.

Die Stadt rechnet nämlich mit einem 40-prozentigen ELR-Zuschuss, der auch die Basis des Bürgerentscheids war. „Falls der Zuschuss geringer ausfällt, müssen wir natürlich noch mal reden“, sagte Bürgermeisterin Jacqueline Förderer.

Premiere im Gemeinderat für die neue Bürgermeisterin

Bei ihrer Premiere im Schrozberger Stadtparlament zeigte sich Bürgermeisterin Jacqueline Förderer „glücklich darüber, den Schritt nach Schrozberg gewagt zu haben“. Sie hoffe auf die aktive Mitarbeit aller Bürger – und im Gemeinderat wünsche sie sich „sachliche und zielgerichtete Debatten“. Der Gemeinderat sei „hoch motiviert für eine Zusammenarbeit“ sagte Stadtrat Werner Schilpp, der als stellvertretender Bürgermeister für das Gremium sprach. „Hier sitzen keine Jasager, sondern selbstbewusste Stadträte mit eigenen Meinungen.“ Am Ende aller Beratungen im Gremium sollten „akzeptable Lösungen stehen“. haz