Langenburg / Oliver Färber  Uhr
Das Langenburger Freibad ist bei seinen Besuchern beliebt. Fast 1700 Gäste vergnügen sich sogar an manchem Tag unter der Woche außerhalb der Ferien.

Es gab Zeiten, da stand das Fortbestehen des Langenburger Freibads auf der Kippe. Doch die sind längst vorbei: Sowohl Badegäste als auch Mitglieder des Fördervereins und umliegende Kommunen halten dem sommerlichen Freizeittreff in der Region die Stange. „Wir hatten letztens unter der Woche an einem normalen Tag außerhalb der Schulferien 1681 Besucher“, nennt der Langenburger Bürgermeister Wolfgang Class eines der Beispiele dafür.

Ein weiteres ist die finanzielle Unterstützung, die der Luftkurort von anderen Kommunen erfährt. Braunsbach, Gerabronn, Künzelsau und Mulfingen überweisen jährlich einen Obolus, weil sie wissen, dass ihre Einwohner regelmäßig dort das Freibad besuchen wollen.

„Es sind Beiträge von 2000 bis 5000 Euro im Jahr schon über längere Zeit, und das machen sie weiterhin“, so der Schultes. Im Gegenzug nutze so die Stadt Künzelsau Flächen am Langenburger Bad, um auf ihr Hallenbad Tollkün und ihr Kocherfreibad, das im Moment allerdings umgebaut wird, Werbung zu machen. „Da arbeiten wir gut zusammen“, versichert Class.

Dass das Bad so beliebt ist, liege auch am Angebot. Das Wasser habe fast durchgängig eine Temperatur von 27 Grad, wird auch über die Biogasanlage Ludwigsruhe und das Blockheizkraftwerk des Mawell zusätzlich beheizt. Gerade Familien mit kleineren Kindern und Senioren wüssten das zu schätzen.

Saisonkarten früh gefragt

Deshalb planten Stammgäste ihren Besuch schon früh. Ab der Adventszeit bis Ostermontag startet die Stadt nämlich alljährlich einen Vorverkauf der Saisonkarten. Die gibt’s in diesem Zeitraum mit einem Rabatt von 15 Prozent. „In diesem Jahr kamen so schon über 20 000 Euro zusammen, bevor das Bad überhaupt geöffnet hatte“, verrät der Bürgermeister. Manche kauften die Saisonkarte sogar nur aus Solidarität zum Bad, um es finanziell zu unterstützen, kämen gar nicht zum Schwimmen oder nur sehr selten.

Besondere Unterstützung, die Class sehr lobt, komme von den Aktiven des 500 Mitglieder starken Fördervereins. Die würden nicht nur beim Aufbauen im Frühling und beim Winterfest nach der Saison kräftig anpacken. Sie besetzen beispielsweise auch die Eintrittskasse oder organisierten spezielle Veranstaltungen, die zusätzlich Besucher lockten und Geld in die Kasse spülten.

Pizza auch zum Abholen

Und mittlerweile kämen sogar Besucher nur wegen des Kiosks. „Wir haben in diesem Jahr einen neuen Pächter“, berichtet der Bürgermeister. Francesco Giorgi und sein Team, das auch das Wibelehäusle im Städtle betreibt, lockt Gäste nur zum Schlemmen ins Bad. „Sie machen dort nämlich nun auch eine gute Pizza“, weiß Class. Er habe schon Leute beobachtet, die nun im Bad Essen abgeholt haben. „Natürlich gibt es weiter Bratwurst oder Pommes gerade für Kinder“, stellt er klar. Das Angebot kommt an. Das freut den Schultes, schließlich habe es schon Zeiten gegeben, zu denen die Arbeit von Kioskpächtern zu wünschen übrig gelassen habe.

Zustände wie in Freibädern in Ballungszentren, bei denen die Polizei wegen renitenten Jugendlichen anrücken muss, gebe es in Langenburg nicht. „Vielleicht auch, weil wir kostenloses WLAN anbieten“, meint Class mit einem Schmunzeln. Nur einmal mussten die Ordnungshüter wegen Falschparkern anrücken. Landwirte seien deshalb mit ihren breiten Fahrzeugen nicht mehr auf die Felder gekommen. „Die Gäste wurden nett darauf hingewiesen. Jetzt hat es sich gut eingependelt“, berichtet er.

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Öffnungszeiten des Freibads im Juli

Ohne Ruhetag hat das Langenburger Freibad täglich geöffnet. Sollte das Wetter für den Spaß akzeptabel sein, ist das jeweils von 10 bis 20 Uhr möglich. Aber auch bei schlechtem Wetter müssen leidenschaftliche Schwimmer nicht auf ihr Hobby verzichten. In Langenburg wird dann von 17 bis 19 Uhr ein Schlechtwetterschwimmen angeboten. Wer sich nicht sicher ist, welche Öffnungszeiten gelten, erhält mehr Informationen unter Telefon 0 79 05 / 7 85. fär