Regenwetter verbindet. Das zeigten die Radler am Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz des SV Gründelhardt-Oberspeltach. Während die Freizeitsportler Zug um Zug von ihrer Tour eintröpfelten, standen oder saßen die bereits Angekommenen unter Zelt und Vordach und begrüßten die Sportkollegen freudig. „Hat großen Spaß gemacht“, sagte Klaus Kollak aus Murrhardt (52) zu seinem Mitstreiter Matthias Spriegel aus Dimbach. Der 45-Jährige ergänzte: „Und wir hatten großen Glück mit dem Wetter.“

730 Höhenmeter

Während es anderswo am Samstagmittag regnete, blieben die rund 600 Radler der beiden Samstagsrunden von feuchtem Nass von oben verschont. Dafür galt es, einiges an Schweiß zu vergießen. Mehrere hundert Höhenmeter mussten pro Tag bewältigt werden. Am Sonntag waren es auf der großen Runde zum Beispiel rund 730 davon.

„Unsere E-Bikes glätten das Streckenprofil“, meinte Spriegel mit einem Lächeln. Er war zum fünften Mal auf der Tour dabei und beschrieb die Landschaft rund um Frankenhardt mit „hügelig, waldig und sehr schön“. Auch die Übernachtung im Matratzenlager, das mit 42 Plätzen ausverkauft war, gefiel ihm bei seiner fünften Teilnahme: „Jeder brachte etwas mit, egal ob Erdnüsse oder Riesling. Es war ein langer Samstagabend.“ Wobei ihm der Morgen danach ein besonderes Lob wert war: „Was die Landfrauen uns als Frühstück aufgetischt haben, das erlebt man oft nicht einmal in einem Hotel.“

Tour de Hohenlohe 2019

Fahrrad Tour de Hohenlohe 2019

Das ist auch ein Punkt, der dem Frankenhardter Bürgermeister Jörg Schmidt besonders aufgefallen ist: „Der Zusammenhalt unter den Vereinen war enorm, sehr viele haben mitgeholfen.“ Egal, ob es am Freitagabend bei der „Kneiptour“ mit Besuchen im Mostbesen in Eckarrot, am Gründischen Brunnen oder im Burgbergturm war. „Da waren 60 Besucher dabei, teilweise aus Speyer, Ludwigsburg und Karlsruhe“, hat Schmidt beobachtet. Die kommen sonst selten in die Gegend. Und sie bleiben teilweise auch nicht nur für die Tour, sondern gleich mehrere Tage wie Klaus Oberhardt aus Neckarsulm. Der 55-jährige Lokführer radelt rund 15.000 Kilometer im Jahr und reiste stilecht mit dem Fahrrad an. Nach der Tour übernachtete er am Sonntag in Mainkling. „Es wird schon noch besseres Wetter werden“, meinte er vor seiner 70-Kilometer-Heimfahrt, die er für heute geplant hatte.

Oberhardt fuhr, wie nur noch der kleinere Teil der Biker, nicht mit einem E-Bike: „Das ist besser für die Gesundheit“, findet der Dauerradler. Bei seiner siebten Teilnahme ist ihm jetzt aufgefallen, dass er in Gegenden gekommen ist, der er noch nie gesehen hatte. Gut sei auch, dass die Strecken hervorragend ausgeschildert gewesen seien.

Polizei Heidenheim Fahrraddieb wird rabiat

Heidenheim

Vorarbeit von Karl Häberlen

Das ist auch ein Verdienst von Karl Häberlen, der die Tourplanung für den Sonntag übernommen hatte: „Ich bin sehr viel in der Gegend unterwegs, beim Wandern oder beim Radeln. Daher kenne ich fast jeden Weg.“ Von dieser Vorarbeit profitierte auch Ulrich Kurz, der nach knapp drei Stunden als einer der Ersten das Ziel erreicht hatte und sagte: „Mit einem E-Bike hat mich keiner überholt.“ Seine Freunde bezeichneten Kurz’ Trekkingrad als „Konfirmandenfahrrad“. Dabei ist es gerade einmal 20 Jahre alt.

Bei einem Glas Sekt fiel es leicht, über sich selbst oder andere zu lächeln: Lars Hörle war so manchen Teilnehmern auf der Strecke aufgefallen. Der Satteldorfer fuhr in kurzer Hose und Baumwoll-T-Shirt. „Softshell und Goretex sind etwas für die Profis“, sagte der Feuerwehrmann.

Das könnte dich auch interessieren: