Ein unscheinbares Schild am Eingang zeigt an, dass eine Ära in Gründelhardt zu Ende ging: Anna Ickert, Dr. Markus und Dr. Anja Schneider sowie Dr. Ute Löwel-Wittkamp ist seit Anfang des Jahres auf der Tafel des Hausarztzentrums Frankenhardt zu lesen – kein Dr. Philipp Masserer, kein Dr. Albrecht Wieland. 40 beziehungsweise 32 Jahre lang haben die beiden die Bürger der Gemeinde ­medizinisch versorgt, nun ist Schluss. Wobei: Ganz Schluss ist noch nicht.

Dr. Masserer und Dr. Wieland werden noch eine Weile ihre Kollegen vertreten

Etwa einen Tag in der Woche helfen die beiden Ärzte aus und vertreten ihre Kollegen – je nachdem, wie groß der Bedarf ist. Masserer mache es froh, dass er nach wie vor arbeiten kann. Wenn die Termine bei ihm zügig gefüllt sind, dann habe er das Gefühl, dass er „noch nicht zum alten Eisen gehöre.“ Bis Ende des Jahres werden er und Wieland noch aushelfen. Wie es dann weitergeht, weiß der 67-Jährige noch nicht.

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Studiert hat er in Heidelberg und Gießen, bevor es ihn nach Frankenhardt zog. Die Räumlichkeiten vor Ort hätten sehr gut gepasst, die Gemeinde habe einiges getan und ihm sei der damalige Bürgermeister Willi Karle sympathisch gewesen.

Masserer ist von der gesicherten ärztlichen Versorgung beruhigt

Wichtig war und ist Masserer die Familienmedizin, die Teil der Allgemeinmedizin ist. Sie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der das Wissen um die familiäre Situation einbezieht, heißt es auf der Homepage des Instituts für Allgemeinmedizin. „Ich freue mich besonders, wenn ich Kleinstkinder von Familien behandle, deren Eltern und eventuell Großeltern auch schon bei mir waren“, sagt Masserer.

Nur eines habe ihm während seiner 40-jährigen Tätigkeit als Arzt in der Gemeinde Frankenhardt wehgetan: die Schließung der Praxis in Honhardt vor einigen Jahren. Die sei aber unumgänglich gewesen. Der Hauptgrund: die schlechte Verbindung zwischen den beiden Praxen, also jener in Honhardt und der in Gründelhardt. Das Praxissystem am Computer sei mehrere Male ausgefallen. So sei das Arbeiten kaum möglich gewesen.

Masserer beruhigt, dass die ärztliche Versorgung in der Gemeinde auch für die kommenden Jahre gesichert ist. Das sieht auch Frankenhardts Bürgermeister Jörg Schmidt so. Dass die beiden Ärzte Masserer und Wieland Nachfolger gefunden hätten, sei „in Zeiten des Ärztemangels keine Selbstverständlichkeit“. Aktuell arbeitet neben den bereits oben genannten auch Dr. Eva Lech in der Praxis, insgesamt sind es mit Masserer und Wieland also sieben Ärzte. Dazu kommen noch einmal neun Helferinnen, die teilweise schon seit mehr als 30 Jahren zum Team gehören.

Aber ist das nicht etwas viel Personal für eine Praxis mit vier Sprechzimmern? Das sei laut Philipp Masserer in Ordnung, denn in Gründelhardt werde zeitversetzt gearbeitet.