Eine Meldung in der Schwäbischen Post aus Ellwangen hat in Bühlertann am Freitag eingeschlagen wie eine Bombe. Bürgermeister Michael Dambacher habe Interesse daran, Nachfolger von Ellwangens Oberbürgermeister Karl Hilsenbek zu werden. Dieser hatte erst beim Neujahrsempfang der Stadt Ellwangen verkündet, dass er keine dritte Amtszeit anstrebe. Die Fraktionen von Freien und CDU hätten Dambacher nun schon angesprochen, ist in der Meldung weiter zu lesen. Das bestätigt dieser auf Nachfrage auch unumwunden.

Er stellt aber klar: „Ich habe mich noch nicht abschließend entschieden.“ Er sei auch etwas unglücklich über den Zeitpunkt der Veröffentlichung seiner möglichen Kandidatur. „So war das eigentlich nicht geplant. Das muss an die Presse durchgesickert sein.“ Er hätte lieber erst einmal seinen Gemeinderat und die Mitarbeiter in der Verwaltung informiert. Die hatten am Freitag auch alle Hände voll zu tun, für den Bürgermeister kamen zahlreiche Anrufe, die er wegen einem Termin am Vormittag aber nicht annehmen konnte. Bürger, Amtskollegen und Zeitungen wollten wissen, was dran ist an der Meldung.

Entscheidung Ende Januar

Schon im vergangenen Jahr sei er erstmals gefragt worden, ob er sich vorstellen könne, Hilsenbek zu beerben. Es war zwar noch nicht offiziell, dass dieser nicht mehr antreten will, im Gemeinderat scheint man dies aber schon gerochen zu haben. „Ich kann mir das schon vorstellen. Es reizt mich, und ich traue es mir zu“, so Dambacher. Aber es müssten noch einige Dinge geklärt werden, bevor er sich offiziell bewerbe. Unter anderem wolle er auch Gespräche mit den weiteren Ellwanger Gemeinderatsfraktionen, dem Noch-OB und Ortsvorstehern führen. Es sei ihm wichtig zu erfahren, wie die Stimmung ist in der 25 000-Einwohner-Stadt und was für Themen anstünden. Ende Januar will er seine Entscheidung bekanntgeben.

Bei einer Bewerbung werde er als unabhängiger Kandidat ins Rennen gehen, stellt Dambacher klar. Obwohl er CDU-Mitglied ist und für die Union im Kreistag des Landkreises Schwäbisch Hall sitzt, ist er der Überzeugung, dass Parteipolitik im Kommunalen nichts zu suchen habe. „Es geht immer darum, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, da sind Streitereien zwischen Parteien nur hinderlich“, so der 39-Jährige, der in Ellwangen geboren wurde und in der benachbarten Gemeinde Westhausen aufgewachsen ist.

In der zweiten Amtszeit

Seit 2010 ist Dambacher Bürgermeister von Bühlertann, im vergangenen Jahr ist er mit 98,3 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 44,19 Prozent für eine zweite Amtszeit gewählt worden. Bislang hätten ihn andere Bürgermeisterposten nicht interessiert, zwei Angebote für Oberbürgermeisterkandidaturen habe er schon abgelehnt. „Von mir aus habe ich auch gar keine Motivation wegzugehen, ich bin gern hier“, sagt Dambacher. In Bühlertann sei er herzlich aufgenommen worden, er habe eine „tolle Verwaltung“ und auch die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat sei hervorragend. „Fluchttendenzen habe ich nicht. Aber Ellwangen reizt mich schon, das muss ich zugeben“, so der studierte Verwaltungswissenschaftler.

In Ellwangen, der drittgrößten Stadt des Ostalbkreises, erwartet er – falls er sich bewirbt und die Wahl am 26. Mai gewinnen sollte – ein „etwas anderes Arbeiten“ als in Bühlertann. „Hier mache ich ja noch viel selber. In einer Stadt mit einer großen Verwaltung wird es sicher auch politischer“, sagt Dambacher. Der Posten als Oberbürgermeister sei auch durchaus als Karrieresprung zu verstehen. „Ich werde in diesem Jahr 40, komme also ins Schwabenalter. Das ist schon ein gutes Zeitfenster für eine neue Aufgabe.“

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Braunsbach/Orlach