Nach den ersten Tönen mit "Just a closer walk" berichtete zunächst Oliver Paul vom Förderverein "Nebenbahn Blaufelden-Gerabronn-Langenburg" über den derzeitigen Stand der Wiederinstandsetzung dieser Bahnverbindung. Vor allem wies er dabei auf kulturelle Ereignisse hin, wozu die Theateraufführungen der Burgschauspiele Leofels dieses Jahr am Gerabronner Bahnhof gehören.

Dieses Jahr werden nach der Premiere am 12. Juni zehn Aufführungen des Lustspiels "Piroschka" zu sehen sein. Hugo Hartungs "Piroschka" spielt rund um einen kleinen Bahnhof. Daneben werden von 21. Juni an sieben Kindertheatervorführungen mit Otfried Preußlers "Neues vom Räuber Hotzenplotz" mit Kurt Rösch in seiner Lieblingsrolle gezeigt.

Das eigentliche Konzert eröffnete das Blechbläserquintett mit Les Browns "Sentimental journey". Die Musiker trugen das Stück sehr gemächlich und gemütlich vor - eben als Titelmelodie für einschlägige Eisenbahnromantik-Fernsehsendungen. Danach begaben sich die fünf "Bahnbegleiter", so Trompeter Johann Oettig in seiner Moderation, auf musikalische Weltreise. Die begann mit einem schön pulsierend gespielten Satz aus einem Vivaldi-Konzert in Venedig und führte über Georg Friedrich Händels in London uraufgeführte Oper "Amadigi" mit zwei brillant klingenden, hohen Trompeten nach Sevilla. Dort spielt Mozarts Oper "Le nozze di Figaro". Die instrumentale Wiedergabe der Gesangsstimme zu Figaros Arie "Non più andrai, farfallone amoroso" übernahm Johannes Alberg auf dem Eufonium. Bis dahin habe die musikalische Reise geschichtlich betrachtet vor der Erfindung der Eisenbahn stattgefunden, stellte Johann Oettig fest. Alle weiteren gespielten Stücke seien danach entstanden.

Dazu gehörte die ein wenig in Harmonien schwelgende Barcarole aus Jacques Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen" ebenso dazu wie die tänzerische Farandole aus Georges Bizets "L'Arlésienne" oder die Torerotöne aus dessen Oper "Carmen".

Von Frankreich schritten die fünf Blechbläser mit Fucíks "Florentiner Marsch" nach Italien, untermauert durch ein gewitztes Trompetensolo von Konrad Bauer zum "Neapolitanischen Tanz" aus Tschaikowskis "Schwanensee". "Anema e core" wurde durch das Duettieren von Posaunist Oleg Mook mit Konrad Bauer zum, so Oettig, "geadelten Ohrwurm", mithin also zur "Edelschnulze".

Die beste musikalische Interpretation bot das fränkische Quintett danach mit "Sevilla" aus Isaac Albéniz' "Suite espa·ola" mit schön federnden Akzentsetzungen. Spätestens damit hatten die Blechbläser ihr Publikum gefunden.

Und nach Malandos "Olé Guapa"-Tango wurde zu einfühlsam gespielten Frank-Sinatra-Hits mitgesummt und zu "Muss i denn zum Städtele hinaus" fleißig mitgeklatscht.

Auf den begeisterten Applaus ließ das Fränkische Bläserensemble noch drei Zugaben folgen, darunter etwa Harry Warrens "Chattanooga Choo Choo", und Moderator Johann Oettig die Feststellung: "Gerabronn ist uns ans Herz gewachsen."