Weipertshofen Flugplatzfest Weipertshofen: Die Erotik einer Maschine

JULIA VOGELMANN 03.08.2015
Ein Programm mit faszinierenden Oldtimern, Motorseglern und Ballons lässt am Wochenende in Weipertshofen die Herzen von Tausenden Flugzeug-Fans höher schlagen.

Fünf Passagiere passen in die Max Holsten Broussard, ein französisches Militärflugzeug, das mit seinem Piloten aus Luxemburg in Weipertshofen Station machte. Doch keiner stieg zu einem der Rundflüge ein, bevor er nicht mindestens ein Foto vor dem Oldtimer geschossen hatte, auf dem unter dem Fenster des Piloten ein Pin-up-Girl verführerisch winkte. "Da kriegt der Flugzeugnarr Gänsehaut, und wenn ich Zeit hätte, würde ich stundenlang nur dieses Flugzeug anschauen und überall hineinkriechen, um alles zu studieren", gestand der Moderator Pascal Betz - und meinte damit nicht die aufreizende Dame, sondern die schwere Maschine. Für die aufgeregten Passagiere des ersten Rundfluges reckte er zwei Daumen hoch, bevor sich der Oldtimer mit einer Spannweite von fast 14 Metern auf den Weg zur Startbahn machte.

Ein Rundflug von 15 Minuten Dauer kostete 40 Euro. Regelmäßig hoben die Flieger mit ihren Passagieren ab. Da wurden Erwachsene dann schnell wieder zu Kindern, wenn sie neben dem Piloten Platz nehmen durften. . . Wir leisten hier einen wertvollen gesellschaftlichen Betrag und pflegen überregionale Freundschaften", erklärte Roman Seidel von der Sportfliegergruppe Crailsheim und deutete auf die Wiese hinter der Rollbahn, wo ein kleines Zeltlager aufgebaut war. Pünktlich zum Flugplatzfest war eine Gruppe Jugendlicher von einem befreundeten Club in Backnang angereist, um ein "Fluglager" zu eröffnen. "Das sind Jugendliche, die gerade Schulung oder ihren Flugschein machen", sagte der Pilot.

"Remove before flight", hieß es an einem langen roten Fähnchen, das vom Flügel der russischen Kunstflugmaschine von Vereinsmitglied Bernhard Stooß wehte. Wer genau hinsah, entdeckte dort ein kleines Gummischwein. Dieses sorgte für Erheiterung unter den Besuchern, die sich das kleine Flugzeug genauer ansahen. Das Mini- Borstentier dient als Schutzabdeckung für ein Messgerät. Der Pilot erzählte dazu: "Das habe ich selbst gebastelt aus Gaudi. Ich fand den Gedanken vom fliegenden Schwein einfach witzig!"

"Atemlos durch die Nacht" - dieses Lied zählte zum Höhepunkt am späten Abend: das Ballonglühen. Überaus dicht gedrängt schauten sich die vielen Besucher das Spektakel an. Fünf Ballons leuchteten im Takt der Musik und zahlreiche Helfer sorgten dafür, dass sich die Ballons auch noch dazu drehten. Ein toller Effekt, der mit viel Muskelkraft und Kondition einherging. Die Helfer mussten nämlich im Kreis laufen, um die Giganten in Rotation zu bringen.

Über 1000 Menschen wollten im letzten Jahr das Ballonglühen in der Nacht sehen. "Wir wurden regelrecht überrannt. Die Leute standen und saßen überall", erinnert sich Pascal Betz und versichert lachend: "Dieses Jahr aber haben wir vorgesorgt. Es gibt von allem mehr. Mehr Parkplätze, mehr Sitzplätze und vor allem mehr Bierkrüge." Die Trinkgefäße kamen dann bei der Ballonfahrer-Taufe nach dem Spektakel beim Feiern mit DJ Van de Doos im Hangar zum Einsatz.