Landkreis Flüchtlinge lernen Fahrradfahren

Unter anderem erhalten - dank des Kooperationsprogramms - Flüchtlinge beim Haller Freundeskreis Asyl einen Deutschkurs. Archivfoto: Weigert
Unter anderem erhalten - dank des Kooperationsprogramms - Flüchtlinge beim Haller Freundeskreis Asyl einen Deutschkurs. Archivfoto: Weigert
Landkreis / SWP 31.01.2013
Mit Hilfe von Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds (EFF) kann der Landkreis Flüchtlingen und Asylsuchenden, die vorübergehend in den Wohnheimen leben

, ein erweitertes Betreuungsangebot anbieten.

Das aktuelle Kooperationsprojekt der Awo Schwäbisch Hall, der GSA - Schulung und Ausbildung und des Landratsamtes Schwäbisch Hall "Blickpunkt Flüchtling" startete 2012 in eine weitere Projektrunde. Die Europäische Union fördert schon seit vielen Jahren Projekte für Flüchtlinge und Asylsuchende. Aktuell werden über den EFF Gelder zur Verbesserung der Aufnahme- und Integrationsbedingungen und der Strukturverbesserung zur Verfügung gestellt. "Aufgrund der stark erhöhten Zahlen von Neuzugängen ist dieses Angebot wichtiger denn je", unterstreicht Landrat Gerhard Bauer.

Das seit zehn Jahren im Landkreis bestehende Angebot von Orientierungssprachkursen für Flüchtlinge und Asylsuchende ging als Kooperationsprojekt bereits im letzten Jahr in eine weitere Runde. Mit Hilfe des Projektes können Zusatzangebote für Flüchtlinge gemacht werden, die über das Maß der normalen sozialen Betreuung in den Wohnheimen hinausgehen.

Aus zwei unabhängigen Projekten der Awo Schwäbisch Hall und des Landratsamtes Schwäbisch Hall wurde 2005 dieses Kooperationsprojekt, um Kompetenzen zu bündeln sowie Kosten und Verwaltungsauf-wand zu sparen.

"Das Thema Prävention ist in der für das Jahr 2012 überarbeiteten Konzeption das Hauptziel ", berichtet Christian Mauch, der Integrationsbeauftragte des Landkreises Schwäbisch Hall.

So werden für Neuzugänge Erstorientierungsgespräche und ein Orientierungspaket für den Start in einem neuen Land beziehungsweise Landkreis angeboten. Des Weiteren wird eine zusätzliche sozialpädagogische Begleitung mit regelmäßigen Sprechstunden in den Wohnheimen möglich.

Infoveranstaltungen rund um die Themen Gesundheit, Sucht und Gewalt sind weitere Bausteine. So konnte zum Beispiel auch die Zahl der Unfälle mit Fahrrädern in den letzten Jahren über ein Verkehrspräventionsangebot verringert werden. "Da das Fahrrad in den ersten Jahren oft das einzige Individualverkehrsmittel von Flüchtlingen ist, diese aber oft aus Ländern mit komplett anderen Verkehrsregeln kommen, ist dies ein sehr stark nachgefragtes Angebot", führt Mauch aus. Der Orientierungssprachkurs rundet das gesamte Paket ab. Auch werden den Teilnehmern erste Einblicke in das gesellschaftliche Leben in Deutschland gegeben. Mittelfristig wird angestrebt, die Teilnehmer selbstständiger und von öffentlichen Hilfen unabhängiger zu machen.

Eine wichtige Säule stellt die Zusammenarbeit und Vernetzung von Akteuren im Bereich der Arbeit für Flüchtlinge da: Hier wird mit den Freundeskreisen Asyl im Landkreis zusammengearbeitet. Auch die Aktion "Asyl in Motion", initiiert durch den Freundeskreis Asyl Blaufelden, konnte mit Hilfe des Projektes umgesetzt werden. Ebenso spielt die Vermittlung zu bereits bestehenden Angeboten anderer Organisationen eine wichtige Rolle.