Honhardt Fischer machen sich auf die Spur des Bibers

Honhardt / PM 19.04.2014
"Der Biber kommt!", unter diesem Motto hielt der Fischerei-Hegebereich Neckar VII in Honhardt eine Fachtagung mit 40 Teilnehmern ab.

Der Fischerei-Hegebereich Neckar VII besteht aus einem Zusammenschluss von sechs Fischereivereinen,bewirtschaftet den Neckar auf 18 Flusskilometern und 176 Hektar Wasserfläche und hat mit Biberzuwanderung bislang wenig Erfahrung. Dazu war Fachreferent Kurt Strauß, Biberschutzbeauftragter des Ostalbkreises eingeladen worden. Ebenfalls zu Gast waren der Frankenhardter Bürgermeister Jörg Schmidt sowie die Vorstandschaft und Gewässerwarte des Angelsportvereins Honhardt. Kurt Strauß erklärte an vielen Praxisbeispielen anschaulich das Umfeld und die Gewohnheiten des Bibers. Der Biber ist streng geschützt und darf nicht bejagt werden. Dass manche Versicherung keine Biberschäden bezahlt, davon wurde ebenfalls berichtet, denn der Biber ist aufgrund seines momentanen Schutzstatus kein jagdbares Wild und fällt somit nicht unter die Wildschadensregulierung. In aller Regel stört der Biber niemanden. Dass es in wenigen Ausnahmefällen wie bei gravierenden land-, forst-, fischerei-, wasser- oder sonstigen gemeinwirtschaftlichen Schäden Ausnahmegenehmigungen im Einzelfall gibt, davon wurde ebenfalls berichtet.

Bürgermeister Jörg Schmidt wünscht sich von den Verantwortlichen des Regierungspräsidiums Stuttgart zum Thema Biberschutz künftig "zügigste und einfache Beratung und Entscheidungen", was bislang nicht immer der Fall sei. Das landesweite Bibermanagement hat nach den Ausführungen von Kurt Strauß "die Aufgabe, durch rasche, unbürokratische, fachkompetente und praxisgerechte Beratung Konflikte vermeiden zu helfen und bei akuten Problemfällen situationsgerechte gemeinsame Lösungsmöglichkeiten mit den Betroffenen zu erarbeiten".

In der Gemeinde Frankenhardt sind mittlerweile alle kleinen Nebenbäche der Jagst durch den Biber besiedelt, weshalb die Durchgängigkeit der sensiblen unersetzbaren Forellenwasserbachregionen in Einzelfällen nicht mehr vorhanden ist und auch die Landwirtschaft Schäden vorweist. Am kleinen Bachgewässer Steinbach zwischen Honhardt und Steinbach/Jagst machten sich die Teilnehmer vor Ort ein Bild von der Bibersituation.