Sulzbach-Laufen Filmemacher erzählt von "Grenz-Erfahrungen"

Hautnah: Bernd Umbreit dreht für "Zeit, die mir noch bleibt". Foto: Privat
Hautnah: Bernd Umbreit dreht für "Zeit, die mir noch bleibt". Foto: Privat
SWP 14.01.2014
Um Grenz-Erfahungen gehts in den preisgekrönten Filmen von Bernd Umbreit. Jetzt kommt er nach Sulzbach und Laufen.

"Das Leben passiert, während du verzweifelt versuchst, andere Pläne zu machen!" heißt es bei John Lennon. Der Spruch passt zum Thema "Grenzerfahrungen", das in der "Woche der Kirchengemeinden", die von den Kirchengemeinden Sulzbach und Laufen veranstaltet wird, im Mittelpunkt steht. Heute und morgen ist dort der Filmemacher Bernd Umbreit zu Gast.

Am heutigen Dienstag, 14. Januar, zeigt Umbreit um 20 Uhr im Ortszentrum Laufen den Film "Tour ins Ungewisse - Leben mit Behinderung". Bernd ist 16, als sich an einem heißen Sommertag sein Leben für immer verändert. Beim Sprung in einen Baggersee bricht er sich den fünften Halswirbel. Sein Schicksal teilt er mit Jürgen, Jens und Christian. Alle vier sind Tetraplegiker, haben eine hohe Querschnittlähmung im Halswirbelbereich und eine total verrückte Idee: Mit dem Handbike durch Deutschland. Vom Allgäu bis an die Ostsee. 1100 Kilometer und 5500 Höhenmeter in 72 Stunden bezwingen. Sie wollen zeigen: "es geht noch was", und sie wollen Spenden sammeln für die Rückenmarksforschung. Aber dann läuft doch nicht alles nach Plan

Der Film erzählt die Geschichte dieser Tour mit allen Höhen und Tiefen. Er handelt von Mut, vom Grenzenüberschreiten und vom Durchhalten. Und er blickt zurück auf das, was vor Jahren passiert ist - und wie das Leben danach weiterging. "Tour ins Ungewisse" erhielt 2012 den Deutschen Journalistenpreis.

Am Mittwoch, 15. Januar, 20 Uhr, ist in der Stephan-Keck-Halle in Sulzbach der Film "Zeit, die mir noch bleibt - Diagnose Lungenkrebs" zu sehen. Nach Entfernen des Tumors lehnt Markus H. (41), Vater von drei Kindern, eine Strahlentherapie ab. Er hofft, dass sein Krebs zum Stillstand kommt; gleichzeitig beginnt er langsam Abschied zu nehmen. Er entwirft seinen Grabstein und plant eine letzte Reise nach Marokko. Erst als die Schmerzen unerträglich werden, lässt er sich bestrahlen.

Über ein Jahr begleitet die Kamera Markus H.s Kampf mit der tödlichen Krankheit. Für "Zeit, die mir noch bleibt" erhielt Umbreit den Deutschen Kamerapreis 2006, den Filmpreis David 2006 der evangelischen Landeskirche, sowie den Journalistenpreis des Unionhilfswerks, der unter dem Motto "würdevoll und selbstbestimmt . . . bis zuletzt" vergeben wird.

Info Im Anschluss an die Filmvorführungen ist jeweils Gelegenheit zum Gespräch mit dem Filmemacher Bernd Umbreit. Es spielen der Musikverein Laufen (14.1.) und der Musikverein Sulzbach (15.1.).