Bekanntgabe über die bewilligten Zuschüsse, überarbeitete Planung und Änderungen an den Kosten. In der Gemeinderatssitzung in Fichtenau geht es in der vergangenen Woche mal wieder um den Bau des zentralen Feuerwehrgerätehauses im Gewerbegebiet Schnepfenstange in Wildenstein. Änderungen an den Kosten – das verheißt in der heutigen Zeit ja meist nichts Gutes. Und so ist es auch in Fichtenau.

Die Gemeinde bekommt 390.000 Euro weniger Zuschuss aus dem Ausgleichstock als beantragt und im Haushalt 2019 veranschlagt. Der Ausgleichstock unterstützt leistungsschwache Gemeinden durch Bedarfszuweisungen, damit sie notwendige kommunale Einrichtungen schaffen können. In Fichtenau war für das zentrale Magazin eine Million Euro eingeplant, bewilligt wurden 610.000 Euro. Dazu kommen 275.000 Euro aus der Fachförderung Feuerwehrwesen.

„Um die Mindereinnahmen von 390.000 Euro, zumindest in Teilen, ausgleichen zu können, haben sich die Verwaltung und die Architektin Frau Schneider nochmals über Einsparpotenziale Gedanken gemacht“, so steht es in der Sitzungsvorlage.

Es ist nicht die erste Einsparrunde. Bereits in der März-Sitzung beschloss der Gemeinderat Kürzungen von 250.000 Euro. Damals ging es um Retentionsflächen, Hydranten, Be- und Entlüftung, Stützmauer, Außenanlagen, Parkplätze, Terrasse, Lager, Deckenausführung, Heizkörper, Fahrradständer, Tankraum, Bodenplatte für den Übungsturm. Solche Sachen.

Unfall bei Neustädtlein Auto setzt Notruf ab

Fichtenau/Dinkelsbühl

Schon damals beschlich Bürgermeisterin Anja Schmidt-Wagemann eine Vorahnung, dass die Förderung aus dem Ausgleich­stock keineswegs sicher sei. „Es kann sein, dass wir nicht mal die Million bekommen“, sagte sie. Ihr Gefühl täuschte sie nicht. Ein halbes Jahr später klingt das bei ihr so. „Wir wussten schon, dass wir den nicht bekommen werden.“ Mit den meint Schmidt-Wagemann den Höchstsatz von einer Million Euro, der sei „nahezu unmöglich“.

Dass diese Maximalförderung durchaus möglich ist, zeigt das Beispiel Stimpfach. Die Gemeinde erhält für den Neubau eines Feuerwehrmagazins eben diese Million, allerdings in Kombination mit Versammlungsraum und Bauhof. Aber: Im Vergleich mit anderen Kommunen und alle Zuschüsse zusammengenommen habe Fichtenau eine ähnliche oder bessere Förderquote erreicht, antwortet das Regierungspräsidium Stuttgart auf Nachfrage der Gemeinde: 33 Prozent bei zuwendungsfähigen Ausgaben. Zum Vergleich: In Stimpfach sind es 35.

Was nun? Einzige mögliche Kostensenkung in Fichtenau ist die Verkleinerung der Männer­umkleide um 12,4 Quadratmeter. Die Anzahl der Spinde wird von 100 auf 89 reduziert und der Abstand derer zueinander auf ein Mindestmaß von 2,1 Metern. „Dadurch verändert sich das Gebäude nicht großartig“, sagt Architektin Hilde Schneider in der Sitzung. „Im Obergeschoss wird dadurch das Flachdach verringert.“

Fichtenau

Gesamtkosten: 3,2 Millionen

89 passt auch, weil es in der Gemeinde derzeit 81 Männer und Frauen gibt, die sich in der Feuerwehr engagieren. Diese Reduzierung bringt rund 20.000 Euro. Jedoch verbleiben davon am Ende lediglich 7000 Euro auf der Habenseite, weil sich bei der Gebäudetechnik noch Mehrkosten von 13.000 Euro ergeben. Insgesamt stehen den fehlenden 390.000 Euro Einsparungen von 7000 Euro gegenüber. Das ist vielleicht das, was Schmidt-Wagemann mit „die Kosten etwas drücken“ meinte. Schließlich könne man „das ganze Projekt nicht einstampfen“. Es gehe immer noch darum, „ein vernünftiges Gebäude“ zu haben.

Die Gesamtkosten für das zentrale Feuerwehrgebäude liegen nach derzeitigem Stand bei 3,2 Millionen Euro. Der finanzielle Mehraufwand wird im Haushalt 2020 veranschlagt. Der Gemeinderat beauftragte die Architektin mit den nächsten Schritten, die da lauten: Ausführungsplanung, Erstellung der Leistungsverzeichnisse, Mitwirken bei der Vergabe, Objektüberwachung. Das Honorar beläuft sich auf rund 130.000 Euro. Die kostenträchtigen Gewerke werden Anfang des Jahres ausgeschrieben.

Das könnte dich auch interessieren:

Radweg von Wildenstein nach Matzenbach „Ein guter Tag für Fichtenau“

Fichtenau