Wer die Muswiese veranstalten darf, der ist ja quasi von Natur aus gesegnet und dem kann es nicht schlecht gehen. Aber auch abseits der wilden Musdorfer Tage – die rein finanziell übrigens mehr Malus als Bonus sind – erging es der Gemeinde Rot am See zuletzt außerordentlich gut. So wurde etwa die Pro-Kopf-Verschuldung kontinuierlich gesenkt – bis auf aktuell 89 Euro. Zum Beginn der Legislaturperiode des aktuellen Gemeinderats hatte sie noch bei 237 Euro gelegen. Möglich wurde das durch eine boomende Gesamtwirtschaft, durch jahrelanges überaus solides Wirtschaften, aber eben nicht auf Kosten von Investitionen. Es seien hier nur ein paar zurückliegende Projekte beispielhaft genannt: Bau der neuen Mensa für die Gemeinschaftsschule, Sanierung des Bahnhofsvorplatzes in Rot am See, Bau der Feuerwache „Ost“ und des Dorfplatzes in Brettheim, Anschluss von Kühnhard an die Kläranlage, Breitbandausbau.

Blaufelden

Gemeinderäte übernehmen gut bestelltes Feld

Gleichzeitig wurden vor allem im Hauptort (derzeit im Gebiet „Stöcke“) und in Brettheim (derzeit im Gebiet „In der Saat“) zahlreiche Wohnbauplätze geschaffen, die übrigens weggehen wie die Schlachtplatten auf der Muswiese – auch das ist ein Zeichen für die Attraktivität der Gemeinde. Die verkehrsgünstige Lage an der B 290 und in guter Reichweite verschiedener Autobahnauffahrten hat dazu geführt, dass auch das Gewerbegebiet am südlichen Ortsrand von Rot erweitert wird.

Die zukünftigen Gemeinderäte von Rot am See übernehmen also ein durchaus gut bestelltes Feld. Das ist natürlich einerseits sehr erfreulich. Andererseits sind für die kommenden Jahre bereits Vorfestlegungen getroffen, die den Spielraum für gänzlich neue Ideen arg einschränken. So wird das Rathaus grundlegend und millionenschwer saniert. Diese Maßnahme wiede­rum ist Teil des Sanierungsgebiets „Gerabronner Straße/Ortskern II“. Und weil es derzeit so viele Geburten in der Gemeinde gibt, muss mal eben noch ein neuer Kindergarten in Rot am See gebaut werden. Dazu kommen Investitionen in Baugebiete, Breitbandausbau und Straßen. Die Sanierung B 290 durch den Hauptort verspricht, ein großer Aufreger zu werden. Bürgermeister Siegfried Gröner hat in den ­zurückliegenden Haushaltsberatungen von einem „Wahnsinns­programm“ gesprochen. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird, so der Plan, bis auf 480 Euro steigen.

HT-Wahlforum in Stimpfach Zwei Listen mit einem Ziel

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Bewegung im Gemeinderat

Im Gemeinderat wird sich viel bewegen – weil von der Liste „Aktiv und offen“ nur vier von zehn amtierenden Räten wieder antreten: Dr. Friedrich Bullinger, Andreas Pressler, Gisela Stahl und Ralf Wagner. Vor allem berufliche Verpflichtungen seien der Hintergrund, sagt Listensprecherin Stahl dem HT. Trotzdem: Es treten wieder stattliche 22 Kandidaten für „Aktiv und offen“ an.

Die Allgemeine Wählervereinigung trägt erstmals nicht mehr den Zusatz „und CDU“ im Titel. Man sei parteipolitisch unabhängig, sagt Sprecherin Susanne Nicklas-Bach. Hier herrscht größere Kontinuität: Zehn von elf amtierenden Räten wollen weitermachen, nur Roland Gundel scheidet aus. Auch viele neue Kandidaten stehen auf der Liste.

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Das zunächst für den heutigen Dienstag geplante Wahlforum in Rot am See findet nicht statt.