Mainhardt / Feuerwehr Mainhardt  Uhr
Eine in Not geratene Mainhardter Familie bittet bei Facebook um Hilfe: Neue Pflegebetten müssen her. Die Freiwillige Feuerwehr fackelt nicht lange und rückt zu einem nachbarschaftlichen Einsatz aus.

Eine durch gesundheitliche und körperliche Einschränkungen in Not geratene Familie bat vor wenigen Tagen per Facebook-Aufruf um Hilfe. Die durch Krankheit auf ein Pflegebett angewiesene Frau sowie der ebenfalls durch Krankheit schwer eingeschränkte Mann benötigten neue Pflegebetten. Die Wohnung ist jedoch zu klein und muss daher um- und ausgeräumt werden.

Die Presseabteilung der Feuerwehr Mainhardt hat diesen „Notruf“ entdeckt und sofort ernst genommen. Schnell war klar: Es muss schnell und unkompliziert nachbarschaftliche Hilfe geleistet werden, zumal die Familie wegen ihrer finanziellen Situation kein Möbelunternehmen für diese Aktion beauftragen konnte.

Familie ist überglücklich

Am vergangenen Samstag, keine zwei Tage nach dem Online-Aufruf, rückten sieben freiwillige Helfer der Mainhardter Wehr mit Werkzeug und Transportfahrzeug an und erledigten die Aktion in nur gut drei Stunden. Die Familie ist überglücklich und äußert den Wunsch, dass diese Hilfsaktion öffentlich bekannt wird. Daher hat die Feuerwehr einen Bericht verfasst, den wir im Folgenden veröffentlichen:

Doris Fröschke strahlt über das ganze Gesicht. „Toll, dass es noch solche Menschen gibt, die einem in der Not helfen“, kommentiert die Mainhardterin, die zusammen mit ihrem Mann in einer kleinen Wohnung im Ortskern lebt, auf ihrem Facebook-Profil. Körperliche und gesundheitliche Einschränkungen machen dem Ehepaar zu schaffen. Viele, ganz alltägliche Dinge funktionieren nur unter erschwerten Bedingungen oder sind ohne fremde Hilfe gar nicht erst möglich, erklären die Fröschkes. Ein dringender Wunsch: die Wohnung umräumen und Platz für neue, dringend benötigte Pflegebetten schaffen. Für die meisten Menschen eine völlig übliche und oftmals praktizierte, unkomplizierte Arbeit – nicht jedoch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen.

Das Foto eines prächtigen Schmetterlings haben uns Leser eingeschickt. Sie haben ihn an einer Gartenpflanze entdeckt.

Um eine Möbel- oder Umzugsfirma zu engagieren, reicht das Geld der Familie nicht aus, auch im Bekanntenkreis ist so ein Aufwand kaum zu stemmen. So startet die derzeit auf ein Pflegebett angewiesene Doris Fröschke einen Aufruf auf der sozialen Plattform Facebook und bittet in ihrer Not in einer offiziellen „Mainhardt-Gruppe“ um Hilfe.

Der Beitrag ist nicht lange online, da entdecken auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, Abteilung Mainhardt, den Aufruf und reagieren sofort. Es braucht keine große Absprache unter den Kameraden, die schwierige Situation der Fröschkes ist aus dem Aufruf nur unschwer herauszulesen: Hier braucht es schnelle und unkompliziert Hilfe.

Bereits zwei Tage später rücken sieben Kameraden der Abteilung Mainhardt mit Transportfahrzeugen und Werkzeug an, das Vorhaben wird nach Absprache mit Familie Fröschke kurzerhand in die Tat umgesetzt. In einer rund dreistündigen Aktion werden alte Möbel abgebaut, entsorgt und neue Möbel aufgebaut sowie Platz für die neuen Pflegebetten geschaffen. Während sich ein Teil der freiwilligen Wehrmänner um den Abbau und Abtransport der alten Möbel kümmert, bauen weitere Kameraden die neuen Möbel auf und räumen diese ein – Hand in Hand läuft die Aktion, die Männer der freiwilligen Feuerwehr sind ein eingespieltes Team, jeder Handgriff sitzt.

Ein 39-Jähriger Hobbyfußballer hat zwei Mitspieler niedergestreckt und dann auch noch ein Messer gezückt.

Dass hier geholfen werden muss, ist für die jungen, freiwilligen Retter selbstverständlich. „Wir tun das gerne“, fügt Pascal Simm, Pressesprecher der Gesamtfeuerwehr Mainhardt, hinzu. Einen ganzen Vormittag lang nehmen sich die Helfer Zeit, um die Fröschkes zu unterstützen. „Es ist nicht selbstverständlich, kranken und hilfsbedürftigen Mitmenschen einfach so zu helfen“, merkt Karl Heinz Fröschke an und lobt die Arbeit der Feuerwehrmänner. Ganz fassen kann es das Ehepaar in diesem Augenblick immer noch nicht, dass nicht einmal zwei Tage nach dem Aufruf schon alles erledigt ist.

In ihrem Online-Dank an die Feuerwehr appelliert Doris Fröschke an die Allgemeinheit, wieder mehr auf die Mitmenschen zu achten und nachbarschaftlich zu helfen, wenn geholfen werden kann. Dass die Feuerwehr nicht nur Brände löschen oder Menschen retten kann, sondern auch in solchen Situationen schnell und unkompliziert Hilfe leistet, hat sich bei dieser Aktion wieder einmal gezeigt.

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