Blaufelden Fein in Figur, Federqualität und Farbe

Zeigt her eure Tiere (von links): Steffen Haag mit einem Holländer Kaninchen, Sebastian Metzner mit einem New-Hampshire-Zwerghuhn und Andreas Bauer mit einer Landente mit Haube.
Zeigt her eure Tiere (von links): Steffen Haag mit einem Holländer Kaninchen, Sebastian Metzner mit einem New-Hampshire-Zwerghuhn und Andreas Bauer mit einer Landente mit Haube. © Foto: Ralf Snurawa
Blaufelden / Ralf Snurawa 27.08.2018
Die Fränkisch-Hohenlohische Jungtierschau des Kleintierzuchtvereins Blaufelden lockt 67 Aussteller mit rund 600 Tieren an. Besucher kommen am Wochenende angesichts der Vielfalt ins Staunen.

Die 47. Fränkisch-Hohenlohische Jungtierschau des Kleintierzuchtvereins Blaufelden begann eigentlich schon am Donnerstagabend. Da hatten, so Ausstellungsleiter Steffen Haag, die aus einem Umkreis von bis zu 150 Kilometer um Blaufelden kommenden Züchter bereits ihre Tiere in die Markthalle gebracht.

Das betraf auch die Nachwuchszüchter, denn die inzwischen 13. Kreisjugendjungtierschau ist der Veranstaltung angeschlossen. So zeigten also insgesamt 67 Aussteller rund 600 Tiere. Die wurden alle auf von den Verbänden vorgegebene Schönheitsideale gezüchtet.

Auf der Bewertungskarte für eine der Tauben der Rasse Niederländische Hochflieger rotweißschildig von Heiko Plank kann man dann unter der Rubrik „Vorzüge“ lesen: „Fein in Figur, Haltung sowie Federqualität und Farbe“. Aber auch „Wünsche“ äußern die Jurymitglieder, die sich die Tiere am Freitag ansahen: „Schild noch gerundeter“, heißt es da etwa – was die Bewertungsnote 1 aber nicht beeinflusst.

Mehrfach deutscher Meister

Für Heiko Plank aus Billingsbach dürfte nicht ungewöhnlich gewesen sein, einen Pokal mit nach Hause zu nehmen. Schließlich sei er schon mehrfach deutscher Meister geworden, berichtet Haag, der diesmal ebenfalls Jungtiermeister in Blaufelden wurde, allerdings mit seinen Deutschen Pekingenten. Bei den Hühnern war die ebenfalls in Blaufelden lebende Silvia Koppe mit ihrer Züchtung der Sundheimer-Rasse – groß, weiß und mit einer Art schwarzer Feder-Strähnen im Gefieder – erfolgreich.

In diesem Bereich überzeugte auch Jakob Niklas aus Ilsfeld die fünfköpfige Jury mit seinen schwarzen Zwerg-Orpington-­Hühnern. Jugendjungtiermeister wurde Leonhard Engelhard aus Reichenschwand mit seinen silber-wildfarbigen Hochbrutflug­enten.

Und wen von den etwas über 300 Besuchern am Samstag und Sonntag das Wetteifern um Preise nicht so interessierte, der konnte angesichts der Vielfalt der unterschiedlichsten Rassen ins Staunen kommen. Da gab es bei den Hühnern etwa die Cemani-­Züchtung, bei denen alles ins Schwarze gezüchtet wurde: Kamm, Schnabel, Augen, Federn, Haut und Fleisch.

Gleich um die Ecke waren die Araucana-Hühner zu finden: ohne große Schwanzfedern und mit einer Art Kragen aus Federn. Ihre Besonderheit seien die grünen Eier, sagt Haag. Er hat sich mehr auf Enten spezialisiert: etwa Landenten mit hübschen Federhauben oder weiße Laufenten, die eignen sich ideal zur Schneckenjagd. Was ihn und Jugendleiter Andreas Bauer zum Züchten brachte? Das lässt sich mit familiärer Tradition zusammenfassen. Bauers Großvater etwa züchtete schon Kleintiere. Das habe ihn als Kind interessiert.

Keine Spielkonsole

Viele Jugendliche lassen es dann erst einmal sein. Tiere verpflichten einen dazu, sich um sie zu kümmern, für sie zu sorgen und sie zu pflegen. Sie seien keine Spielekonsole, so Bauer. Ab Mitte 30 würden viele wieder anfangen. Darüber hinaus trage man auch zum Erhalt gefährdeter Haustierrassen bei wie der Diepholzer Gänse. Für die Züchter sind sie ein Kulturgut.

Etliche fangen mit einem Kaninchen an, vielleicht einem kleinen Hermelinkaninchen. Die gab es zu sehen und schwergewichtige Deutsche Riesen und eine große Bandbreite vom Dreifarben-­Schecken-Rexe über den Zwergwidder mit Schlappohren bis zum Satin-Elfenbein, mit dem Paul ­Riethmüller aus Crailsheim genauso erfolgreich war wie mit seinen Holländern.

Für die kleinen Besucher gab es noch Vorführungen der Murrtalhopper. Da meisterten Kaninchen einen Hindernisparcours. Dazu zählte etwa auch die inzwischen sechsjährige Kaninchendame Speedy, die vor zwei Jahren württembergische Vize-Meisterin in der mittelschweren Klasse wurde.

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