Oberrot Faszinierende Kombinationen

Zahlreiche Jungmusiker hatten ihren ersten öffentlichen Auftritt.
Zahlreiche Jungmusiker hatten ihren ersten öffentlichen Auftritt.
ANDREAS BALKO 17.04.2014
Für Freunde konzertanter Blasmusik in Oberrot sind die vorösterlichen Konzerte ein Muss. Aber auch über die Grenzen der Gemeinde hinaus hat sich der Musikverein mit diesen Konzerten einen Namen gemacht.

Die zahlreichen Besucher des 32. vorösterlichen Konzertes das alljährlich am Vorabend des Palmsonntags gespielt wird, wurden nicht enttäuscht. Sie erwartete ein gelungener Abend mit bester Unterhaltung und hoher musikalischer Qualität. Die Bandbreite reichte von internationalen Melodien über Popsongs bis zum klassischen Konzertmarsch.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Fritz-Peter Heilmann übernahm Sonja Kuttruff die Führung durch das Programm. Mit ihrer freundlichen und souveränen Moderation verschaffte sie nicht nur den Musikern Pausen zum Luftholen. Vielmehr eröffnete sie den Zuhörern einen Zugang zu den Stücken, indem sie deren Charakteristika und die Entstehungsgeschichten auf eine erfrischend lockere Art beschrieb.

Das Programm eröffneten die Musikerinnen und Musiker unter Leitung von Dirigent Siegmar Dierolf mit "Return of the Vikings" von dem belgischen Komponisten Bert Appermont. Mit der großartigen Darbietung demonstrierte das Orchester gleich zu Beginn, dass es sowohl zarte wie auch hochdramatische Passagen bestens beherrscht und die einzelnen Instrumentalisten in perfekter Harmonie aufeinander eingespielt sind. Dierolf verstand es mit seinen Musikern beeindruckend, das mystische Drachenschiff der Wikinger auf seiner Fahrt durch den Nebel vor den Augen der Zuhörer erscheinen zu lassen.

Es ist bereits eine gute Tradition geworden, dass Vizedirigent und Mitmusiker Wolfgang Klenk beim vorösterlichen Konzert ein kurzes Gastspiel als Orchesterchef gibt. Diesmal hatte er mit dem Stück "English Folk Song Suite" des Komponisten Ralph Vaughan Williams einen Klassiker der englischen Blasorchester-Literatur ausgesucht. Das Werk hat insgesamt drei Sätze, in denen englische Volkslieder und Märsche verarbeitet sind. Wolfgang Klenk hatte bei seinem Auftritt als Dirigent seine Musikerinnen und Musiker bestens im Griff.

Beim nächsten Stück "Maslenitsa", das die Form eines typischen russischen Tanzes hat und vom belgischen Komponisten Sven van Calster stammt, übernahm Siegmar Dierolf wieder den Dirigentenstab. "Songs from the Catskills" war die letzte Darbietung vor der Pause. Die Komposition stammt aus der Feder des Niederländers Johan de Meij und war außerordentlich mitreißend. Besonders die Bässe und die Perkussionsspieler konnten hier auftrumpfen.

Den zweiten Teil des Abends eröffnete das Opus "Teamwork" des deutschen Komponisten Manfred Schneider. Der Titel stand auch für die gute Teamarbeit zwischen dem Dirigenten Dierolf und seinen Instrumentalisten. Das Stück selbst kennzeichnet eine faszinierende Kombination aus Big-Band-artigen Passagen und barocken Melodien, unterlegt mit einer modernen Schlagzeugbegleitung. Es war eines der Highlights des Abends.

Mit einem Paukenschlag wurde das hebräische Volkslied "Hava Nagila" in einem Arrangement des österreichischen Komponisten Gerald Oswald eröffnet. Viele Zuhörer dürften die bekannte Melodie, die von einem rumänischen Volkslied abstammt, vermutlich noch nie so packend präsentiert gehört haben. Es begann ganz langsam und steigerte sich dann zu einem geradezu atemberaubenden Tempo.

Wunderbar war auch das Klarinettensolo von Tanja Wiesinger. Ein Medley des Belgiers Frank Bernaerts mit bekannten Melodien von Elton John folgte, bevor der Konzertmarsch "Er weicht der Sonne nicht" von Hermann Ludwig Blankenburg das offizielle Programm beschloss. Klangvolle Harmonien und ein fast sinfonischer Charakter heben das Stück aus der Menge der Marschier-Märsche deutlich heraus.

Das Publikum feierte die hervorragende Leistung mit nicht enden wollendem Applaus und "erklatschte" sich gleich drei Zugaben. Eine davon war "Gabriellas Song" aus dem Film "Wie im Himmel". Die Musiker und Musikerinnen spielten das Stück dermaßen intensiv, dass sich viele Hörerinnen und Hörer davon tief bewegt zeigten.

Dass einem um die Zukunft der vorösterlichen Konzerte nicht bang sein muss, zeigte der erste gelungene Auftritt von zahlreichen Jungmusikern im Orchester.