Ausstellung Farbrausch und Realismus

Der Künstler vor „Liebeslächeln des Kindes“.
Der Künstler vor „Liebeslächeln des Kindes“. © Foto: Ralf Snurawa
Rot am See / Ralf Snurawa 13.06.2018
Der Maler Hüsyin Gazi Türk zeigt im Rathaus Rot am See ein breites Spektrum seiner Kunst.

Inzwischen stellt Hüseyin Gazi Türk zum dritten Mal in den Räumlichkeiten des Rathauses von Rot am See aus. In die hohenlohische Gemeinde kam der kurdische Künstler vor 30 Jahren aus Ostanatolien. Jetzt lebt er in Brettenfeld und malt fleißig mit Ölfarbe. Seit der letzten Ausstellung im Jahr 2011 sind 300 Bilder entstanden. Davon hat er für die aktuelle Schau einige ausgewählt, die einen Überblick über sein derzeitiges Schaffen geben.

Da sind zum einen die Bilder aus der Türkei. Sie zeigen die Mittelmeerküste im Nebel, im Regen oder auch bei Sonnenschein, Motive aus Istanbul oder Landszenen mit Bauern beim Pflügen mit Rindern oder einem Bauernjungen, der einen voll bepackten Esel hinter sich herzieht.

Für Türk sind diese Orte Sehnsuchtsorte. Aber sie verschwimmen nicht etwa in weichen Farben. Türk, der sich das Malen mit Ölfarbe selbst beigebracht hat, bevorzugt eine dünn aufgetragene, aber kraftvoll strahlende Farbpalette.

Das kommt besonders in den eher abstrakt anmutenden, auch Fantasy-Momente streifenden Bildern zum Tragen. Da kann der Betrachter in einen „Tunnel der Farben“ eintauchen oder sich von der Transparenz des „Rosengeists“ verzaubern lassen. Der „Geist der Blume“ und die „Essenz der Blume“ entpuppen sich als Farbrausch von der „Erdbeere“ möchte man gerne abbeißen.

Erotische Bilder wie der „Biss des Verlangens“ sind ein weiterer Themenbereich Türks. Und schließlich gehören zahlreiche Porträts von Familienmitgliedern, Freunden und von Türk selbst dazu. Sie erscheinen wie überreal, sei es das Selfie vor Winterlandschaft, sei es das „Liebeslächeln des Kindes“. Man sollte sie gesehen haben, auch wenn nicht alle die Qualität dieser Bilder zeigen.

Info Die Ausstellung ist bis 20. Juli zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen, zudem an den Sonntagen 17. und 24. Juni von 14 bis 17 Uhr.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel