Sulzbach-Laufen Familie Nübel feiert mit viel Publikum einen Almabtrieb vom Brünstberg

ANITA URBAN 10.09.2013
Es war urig wie in den Bergen: Zum vierten Mal fand die Almparty mit alpenländischem Flair auf dem Nübelhof in Sulzbach statt. Höhepunkt der Feier war der Almabtrieb der gekränzten Herde vom Brünstberg.

Der Marsch des Fleckviehs endete auf der Weide beim Festzelt. Dieses Mal wurden auch die Besucher in Dirndln und Lederhosen in die feierliche Prozession eingebunden. Los gings ganz zünftig mit einem Haxen-Essen am Freitagabend. Die Schützengilde eröffnete das Volksfestle und auch die Alphornbläser spielten zum Auftakt. Im Festzelt sorgten die "Kaiserberger" aus Leinzell für Stimmung. An der urigen Almbar gab es den berühmt-berüchtigten "Nübler" und auf einer Foto-Bretterwand konnten die Besucher ermitteln, welches Dirndl-Madl am meisten "Holz vor dr Hüttn" hat.

Der eigentliche Viehscheid fand am Sonntag statt. Zum Frühschoppen mit dem Musikverein Sulzbach gab es knusprigen Salzkuchen aus dem Nübelschen Holzbackofen. Immer mittendrin und vorne dabei, Erna Nübel, das 81-jährige Familienoberhaupt und Mittelpunkt der Großfamilie war ständig um das Wohl der Gäste besorgt. Zum Mittagessen kamen die Menschen in Massen. Mit so einem Ansturm hatte man nicht gerechnet, und es mussten extra Sitzgelegenheiten geschaffen werden. In diesem Jahr gab es eine Neuerung im Programm, denn auch die Gäste in Dirndln und Lederhosen waren eingeladen, das Vieh auf dem Weg heim ins Tal zu begleiten. Und so wanderte eine große alpenländisch gekleidete Menschenschar erst einmal "aufi aufn Brünstberg". Donnernde Salutschüsse der Schützen gaben dann das Startkommando für den Almabtrieb. Die feierliche Prozession führten die Kinder und Frauen in ihren feschen Dirndln, gefolgt von den Männern in ihren bayerischen Trachten, an. Für die spalierstehenden Zuschauer gabs "a Schnäpsle" oder "a Schoklädle" aus frischer Alpenmilch. Nach ihnen hatten die Senner und Hirtenjungen um Tobias Nübel alle Hände voll zu tun, die Fleckviehherde von Landwirt Gerhard Nübel in den Stall zu führen.

Mit dem Almabtrieb erfüllt sich die Familie Nübel einen langersehnten Wunsch und dankt damit symbolisch für eine gute Weidesaison. Die gekränzten Kühe waren mit Blumengebinden und Festtagsglocken geschmückt. Dies gilt als Zeichen, dass der Sommer auf der Weide gut verlaufen ist und dient zur Abwehr böser Geister. Die Klänge der Pücklerschen Alphornbläser, das laute Geläut der Kuhglocken und die prachtvolle Umgebung sorgten für echte alpenländische Stimmung. Zum Abschluss des Abtriebes wurde ein Erntewagen mit Obst und Gemüse eingefahren und spiegelte die bäuerliche Tradition des Erntedankes wieder. Nun durfte so richtig gefeiert werden und im Festzelt sorgten die "Besenkracher" aus Geislingen mit Oberkrainer-Power und Partyspaß für Stimmung. Ein Renner war auch das Almabtriebs-Merchandising, wie T-Shirts und "Almabtriebs-Herzerl".