Hall/Obersontheim / Eleonore Heydel

Die beiden Männer aus Obersontheim, die sich jetzt gemeinsam vor dem Haller Amtsgericht verantworten mussten, waren kurzfristig kriminelle Geschäftspartner. Der ältere Angeklagte, ein 44-jähriger Ukrainer, hat dem jüngeren, einem 27-jährigen Staplerfahrer, einen gefälschten Führerschein verschafft. Die entsprechende Anklage lautete auf Urkundenfälschung, beziehungsweise Anstiftung dazu.

Vor zwei Jahren besorgte der Ukrainer dem Staplerfahrer auf dessen Anfrage hin einen gefälschten rumänischen Führerschein. 1000 Euro will der 27-Jährige dafür bezahlt haben. Vor Gericht beklagt er die mangelnde Qualität des gelieferten Führerscheins: „Der war so komisch verschwommen. Dass ich den gekauft hab‘, war schon der Fehler.“

Kontrolle entlarvt Fälschung

Auch wenn die „Totalfälschung“ nur mittelmäßig gelungen war, hatte der Staplerfahrer den rumänischen Führerschein bei seinen Autofahrten immer bei sich. Irgendwann geriet er mit seinem Audi A 4 auf der Haller Bühlertalstraße in eine Kontrolle. Den Beamten fiel nicht nur der falsche Führerschein auf, sondern auch ein Stück Haschisch in der Armlehne des Fahrzeugs. Das zuvor gekaufte Amphetamin hatte der Mann noch schnell in seine Socke gesteckt, aber die Beamten stellten auch das sicher.

Nach einer ausführlichen Beweisaufnahme verurteilte Richter Jens Brunkhorst den ukrainischen Handwerker zu einer Haftstrafe von zehn Monaten. Die Strafe wurde gegen eine Geldauflage zur Bewährung ausgesetzt. Der 44-Jährige soll 1200 Euro an „Ärzte ohne Grenzen“ zahlen. Der Staplerfahrer bekam eine hohe reguläre Geldstrafe: 130 Tagessätze zu 40 Euro, also 5200 Euro. Das Geld geht an den Staat.

Was die Männer am meisten schmerzen wird: Der 44-Jährige muss acht Monate warten, bis er einen deutschen Führerschein erwerben kann. Für den Staplerfahrer gilt eine Führerscheinsperre von einem Jahr.