Am letzten Sonntag haben die bis dahin eigen­ständigen evangelischen Kirchengemeinden Gammesfeld, Hausen am Bach und Buch ihre im Januar vollzogene Fusion mit einem Fest-Gottesdienst in der voll besetzten Landwehrhalle in Gammesfeld gefeiert.

Begonnen hat der Posaunenchor, dessen Bläser aus allen drei früheren Gemeinden kommen. Begrüßt hat Markus Klein, der gewählte Vorsitzende der neu gegründeten Kirchengemeinde, bevor die Kinderkirchen alle zusammen den kirchlichen Gassenhauer „Bärenstark“ gesungen haben. Als eine Art Leitspruch für die Fusion sangen der Frauenchor Gammesfeld und der Kirchenchor Hausen am Bach „Lasst uns danken statt zu klagen“.

Mit einem Gedicht berichtete die bisherige Vorsitzende des Gammesfelder Kirchengemeinderates, Ilse Grüb, heiter, tiefsinnig und dankbar über die lange und nicht immer einfache Vorgeschichte der Fusion. Sie endete, wie alle Redner an diesem Tag, mit herzlichem Dank an Pfarrer Norbert Seibold, der diesen Weg nun zehn Jahre begleitet hat. Vor der Predigt sang die Festgemeinde noch ein von Seibold getextes Lied zur Gemeindegründung.

In seiner Festpredigt nahm Seibold Gedanken aus dem 2. Korintherbrief auf. Bewusst wurde der Festgottesdienst auf den letzten Sonntag im Weihnachtsfestkreis gelegt, dem der Lichtmesstag vorausgeht. In alten Zeiten sei mit diesem Tag Aufbruch und Neubeginn verbunden gewesen, so Seibold. Mägde und Knechte wechselten ihre Dienstherren oder wurden neu verpflichtet und in Lohn und Brot gestellt. Für beide Seiten galt es zu entscheiden, wer Herr sein sollte und wem man sich anvertraut. So sei der Beginn der neuen Kirchengemeinde in der Nachfolge Jesu auch mit der Frage verbunden, wer unser gemeinsamer Herr ist, in wessen Spur wir unser Leben gestalten, auf wen wir vertrauen und hören und wer das Sagen hat im Leben der Gemeinde und des Einzelnen.

Wo Christus Menschen im Glauben verbindet, kommt auch durch Veränderung und neue Formen der Zugehörigkeit Gottes Herrlichkeit zum Leuchten, so Seibold. Das Zusammenwachsen auf verschiedenen Ebenen des Gemeindelebens sei ein ermutigendes Hoffnungszeichen, dass der große Schatz Gottes auch in neuen Formen weitergetragen wird.

Aus Dienst verabschiedet

Da jetzt die drei bisherigen Kirchengemeinden aufgelöst werden und eine neue große Gemeinde gegründet wird, werden auch die drei bisherigen Kirchengemeinderatsgremien mit ihren Kirchenpflegen aufgelöst. Aus dem Dienst als Kirchenpflegerinnen der bisher eigenständigen Kirchengemeinden wurden verabschiedet: Heidi Leibfarth, zuständig für die Kirchengemeinde Hausen am Bach, Heidi Nagel, zuständig für die Kirchengemeinde Buch und Gaby Guttropf, zuständig für die Kirchengemeinde Gammesfeld. Seibold dankte den drei engagierten Mitarbeiterinnen für ihren gewissenhaften und zuverlässigen Dienst und für die gute Zusammenarbeit.

Aus ihrer Aufgabe als Vorsitzende der bisherigen Gremien wurden verabschiedet: Ilse Grüb aus Gammesfeld, Brigit Gunst-Gullmann aus Hausen am Bach und Dieter Ströbel aus Buch. Sie bleiben jedoch Mitglieder des gemeinsamen Gremiums.

Für ihre intensive verantwortungsvolle Mitarbeit und das vertrauensvolle Miteinander dankte Norbert Seibold den bisherigen Vorsitzenden und würdigte den wichtigen Dienst der bisherigen eigenständigen Gremien. Aus dem Kirchengemeinderat Buch wurde Christian Pehl verabschiedet.

Da der Kirchengemeinderat der neu gegründeten Gemeinde erst mit der nächsten Kirchenwahl in drei Jahren gewählt werden kann, heißt das Leitungsgremium der neuen Gemeinde bis dahin „ortskirchliche Verwaltung“. Diese besteht aus den bisherigen Mitgliedern des Kirchengemeinderats Hausen am Bach, Buch und Gammesfeld – hinzugewählt wurde zum neuen Gremium Heidi Leibfarth aus Hausen am Bach. Gemeinsam wurden sie unter Fürbitte und Segen von Seibold in ihr neues Amt eingesetzt.

In das Amt der Kirchenpflegerin der neuen Kirchengemeinde wurde Gaby Guttropf eingesetzt und Markus Klein als gewählter Vorsitzender, der damit für diese Zeit auch Ehrenbeamter wird. Seibold überreichte ihm im Gottesdienst seine Ernennungsurkunde.

Die Pfarramtssekretärin Angelika Langenbuch konnte im Rahmen des Festgottesdienstes ihr 25-jähriges Dienstjubiläum feiern. Begonnen hatte sie ihre Tätigkeit einst in Gammesfeld, seit vielen Jahren ist sie auch für die Belange der Gemeindeglieder aus Hausen am Bach und Buch zuständig, und seit 2010 ist sie auch Dekanatssekretärin in Blaufelden.

Segenslied zum Abschluss

Die beiden Grußworte am Ende des Gottesdienstes sprachen der Vorsitzende der Bezirkssynode Norbert Könninger aus Oberwinden – auch in Vertretung von Dekan Siegfried Jahn – und die Blaufeldener Bürgermeisterin Petra Weber – auch in Vertretung ihres Kollegen Siegfried Gröner aus Rot am See.

Nachdem die drei Chöre – Frauenchor Gammesfeld, Kirchenchor Hausen am Bach und das Chörle aus Gammesfeld – mit einem Segenslied den Gottesdienst abgerundet hatten, wurde mit einem Ständerling noch bis in den Nachmittag hinein das neue Miteinander gefeiert. Alle waren voller Lob und Freude und gehen gerne miteinander in die gemeinsame Zukunft als eine große Kirchengemeinde.

Was aus der Sicht von Pfarrer Norbert Seibold besonders zu erwähnen ist


Die neue Kirchengemeinde trägt den Namen Gammesfeld-Hausen-Buch.

Dank geht an alle bisherigen Mitglieder der Gremien auch in den vorherigen Perioden, an alle Mitarbeitenden in der Gemeinde und an alle Gemeindeglieder, die das Zusammenwachsen befürwortet und gefördert haben: Nur gemeinsam wurde dieser Weg möglich.

Feuerwehrkammeraden aus Gammesfeld, Hausen am Bach und Buch kamen in Ausgehuniform zum Gottesdienst.

Viele Verbindungen bestanden schon vor der jetzt vollzogenen Fusion der drei Kirchengemeinden und wirkten sich positiv aus: Dazu zählen Familien, Spielvereinigung, Landfrauen, Handwerker, Posaunenchor, Weltgebetstag und vieles mehr.

Vertrauen ist gewachsen, alte Sichtweisen wurden durch ermutigende Begegnungen und gemeinsames Erleben verändert. Neue Möglichkeiten wurden entdeckt. Pfarrer Norbert Seibold: „Wir haben Freude an einem guten Miteinander gefunden.“ pm