Wolpertshausen Europas neue Adresse

CLAUDIA KERN-KALINKE 11.09.2013
Mehrzweckhalle, Energiezentrum, Europasaal und Europabüro in Wolpertshausen haben jetzt eine neue Anschrift. Feierlich wurde "Im Sälich" in "Kuno-Haberkern-Straße" umbenannt.

Kuno Haberkern hätte seine helle Freude an der Szenerie gehabt: Bei strahlendem Spätsommerwetter trafen sich ihm zu Ehren gut gelaunte Menschen zu Füßen der schmucken Mehrzweckhalle. Mit Sekt stießen sie auf ihren früheren Bürgermeister und Ehrenbürger an, der sich um die Gemeinde Wolpertshausen verdient gemacht hat. Feierlich enthüllte sein Amtsnachfolger Jürgen Silberzahn das neue Straßenschild. "Kuno-Haberkern-Straße" steht darauf - mit dem Zusatz geboren 1925, gestorben 2013, Bürgermeister von 1962 bis 1990.

Unter den Gästen waren auch die beiden Haberkern-Töchter Gudrun und Kunhild - die jüngere ist nach den Eltern Kuno und Hildegard benannt. Beide freuten sich über die Würdigung ihres im Frühjahr verstorbenen Vaters. Im Mai habe der Gemeinderat die Umbenennung der Straße beschlossen, führte Bürgermeister Silberzahn aus.

Die Idee, gerade diese Straße Kuno Haberkern zu widmen, kam nicht von ungefähr, umschließt sie doch das große Areal der Gemeinde mit Mehrzweckhalle, Herolthalle, Bürgerhaus, Schule und Kindergarten.

"Bürgermeister Haberkern hat viel bewegt, und hier sieht man seine Spuren besonders deutlich", fand Silberzahn und erinnerte daran, dass dem früheren Bürgermeister viel an der Weiterentwicklung der Dörfer und der interkommunalen Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden zum Aufbau des ländlichen Bildungszentrums in Ilshofen gelegen habe. "Ihm ist es auch zu verdanken, dass die Selbständigkeit der Gemeinde Wolpertshausen gewahrt blieb."

Nach dem Ruhestand wurde Kuno Haberkern zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt. Er selbst fand eine neue Aufgabe in den Recherchen zur Dorfgeschichte von Wolpertshausen, schrieb die Dorfchronik und bereicherte das Ortsarchiv. "Zum Glück hat ja der Landkreis diese Straße, die als Kreisstraße 2653 von Wolpertshausen nach Haßfelden führt, erst vor kurzem richten lassen, so dass sie jetzt auch in einem würdigen Zustand ist", fügte Jürgen Silberzahn augenzwinkernd hinzu und zog das Tuch von dem neuen Straßenschild.