Landkreis EU soll Flüchtlingen helfen

Im Gespräch mit Flüchtlingen auf Lampedusa: Der Schwäbisch Haller SPD-Landtagsabgeordnete Nikolaos Sakellariou. Privatfoto
Im Gespräch mit Flüchtlingen auf Lampedusa: Der Schwäbisch Haller SPD-Landtagsabgeordnete Nikolaos Sakellariou. Privatfoto
SWP 13.02.2014
Den Lebensalltag der Flüchtlinge, die es von Afrika übers Mittelmeer geschafft haben, hat der SPD-Landtagsabgeordnete Nikolaos Sakellariou mit eigenen Augen gesehen. Er war jetzt auf Malta und Sizilien.

Der Haller SPD-Landtagsabgeordnete Nikolaos Sakellariou war in der vergangenen Woche als Obmann des Petitionsausschusses auf einer Ausschussreise auf Sizilien und Malta. Dort hat er die Flüchtlingslager besichtigt, in denen die Bootsflüchtlinge aus Afrika untergebracht sind. Im vergangenen Jahr sind laut Angaben der Organisation Pro Asyl 2000 Menschen bei der Fahrt mit Booten über das Mittelmeer gestorben.

"Diejenigen, die es bis nach Lampedusa, Sizilien und Malta schaffen, werden zunächst inhaftiert, weil sie illegal ,eingereist sind", erklärt Sakellariou. In Caltanisetta auf Sizilien würden die Flüchtlinge bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens in einem Lager interniert, das die Flüchtlinge verlassen dürfen.

Beim Besuch sei die Delegation des Petitionsausschusses kurzfristig bei der Ausfahrt aus dem Lager von Flüchtlingen gestoppt worden, die noch keinen Einlass ins Flüchtlingslager gefunden hätten. Die Abgeordneten haben die Bemühungen der Mittelmeerländer honoriert, die große Zahl von Flüchtlingen in einem geordneten Asylverfahren menschlich zu betreuen. "Trotzdem brauchen wir als EU dringend eine systematische Unterstützung der Mittelmeerländer Malta, Italien, Spanien und Griechenland, um diese in die Lage zu versetzen, den Flüchtlingen menschenwürdige Unterkünfte und Verfahren zu gewähren", meint Sakellariou. Der Ausschuss besichtigte auf Malta ein offenes und ein geschlossenes Flüchtlingslager. Man hatte ausgiebig Gelegenheit, mit den Menschen zu reden. Als Fazit der Reise hofft Sakellariou auf die Einsicht der EU, sich dem Flüchtlingselend so anzunehmen, dass nicht einzelne Staaten mit diesem Problem alleine gelassen werden. "Wir brauchen eine Lösung, die zur Kenntnis nimmt, dass die entwickelte Welt einen erheblichen Anteil am Elend der Dritten Welt hat." Den Menschen in Afrika müsse bei sich verschlechternden Bedingungen eine Perspektive gegeben werden.