Es kommt auf die Beziehung zu Gott an

Am Freitag nach Christi Himmelfahrt findet in Weingarten der Blutritt statt. Dabei wird eine Reliquie mit dem Blut Jesu durch die Stadt getragen.
Am Freitag nach Christi Himmelfahrt findet in Weingarten der Blutritt statt. Dabei wird eine Reliquie mit dem Blut Jesu durch die Stadt getragen. © Foto: dpa
SWP 04.10.2014
Gedanken zum Sonntag von Werner Funk, katholischer Pfarrer von Großallmerspann und Braunsbach.

Der Monat Oktober lädt ein zum Rosenkranzgebet. Dieses Gebet möchte deutlich machen, dass Maria Jesus ein Leben lang begleitet hat. Kann dieses Gebet als Kraftquelle erfahren werden? Beim Blutritt in Weingarten bei Ravensburg wird dieses Gebet praktiziert am Freitag nach Christi Himmelfahrt. Das Gebet kann das seelische Gleichgewicht stärken. Ich finde es beeindruckend, wenn vor einem Gottesdienst noch gebetet wird, um das Leben Jesu meditieren zu können.

Bei der Hochzeit zu Kana sagt Maria: "Was Jesus sagt, das tut". Maria, die Mutter Jesu, möchte die Orientierung zu ihrem Sohn vorschlagen. Jesus möchte das Reich Gottes kundtun. Es gibt viele Menschen, die von der Reich-Gottes-Botschaft Jesu begeistert sind. Christ wird man durch die Taufe.

Deshalb ist der Impuls sinnvoll: Jesus, der von Johannes im Jordan getauft wurde. Der lichtvolle Rosenkranz kennt auch das Meditieren von Jesus, der die Eucharistie eingesetzt hat. Denn im Lukasevangelium heißt es doch: "Tut dies zu meinem Gedächtnis."

Wie sinnvoll ist es, an sein letztes Abendmahl mit den Aposteln zu denken? Auch die Erzählung vom Berg Tabor ist bedeutsam zu überlegen: Jesus wird im hell leuchtenden Gewand erlebt und seine Begleiter wollen diese freudige Situation festhalten. "Sollen wir drei Hütten bauen? Eine für Mose, eine für Elija, eine für Jesus?"

Das Meditieren soll motivieren zur guten Tat. Das Matthäusevangelium spricht vom Fruchtbringen. "An den Früchten werdet ihr sie erkennen!"

Denn alles, was ihr im Gebet erbittet, werdet ihr erhalten, wenn euer Glaube groß genug ist. Es kommt auf die Beziehung zu Gott an. Maria lebte ganz aus dieser Beziehung zu Gott. Menschen des Gebets wie Rosenkranzbeterinnen erlangen Kraft und Trost für ihren Alltag. Das Gebet bietet die Gelegenheit, unsere Sorgen und Nöte vor Gott zu bringen. Er hat für uns ein offenes Ohr. Aus der Beziehung zu Gott möchte das Reich Gottes wachsen wie das Senfkorn wächst. Die Bibel bringt Erzählungen von Menschen, die ihr Leben mit Gott meistern. Können wir das auch?

Gott möchte uns für sein Reich gewinnen! Gott möchte uns glücklich werden lassen. Gerade die Gleichnisse vom Weinberg weisen uns auf das Reich Gottes hin. Auch der lichtvolle Rosenkranz weist auf Jesus, der das Reich Gottes kundgetan hat. Das ist seine Sendung.

Wenn wir an das Weinberggleichnis denken, können wir uns an Weinstock und Rebzweige erinnern. Weinstock und Rebzweig ist ein Bild für die Beziehung von Mensch und Gott. Wie der Rebzweig vom Weinstock abhängig ist, so sind Beter von Gott abhängig, um Kraft, Trost und Mut zu erlangen zum Leben, zum Entscheiden und zum Handeln!