Langenburg / Luca Schmidt  Uhr
Der Kletterpark in Langenburg bleibt 2019 geschlossen. Schuld daran ist das Eschentriebsterben und Spannung auf den Sicherheitsseilen. Ob der Park wiedereröffnet wird, steht noch nicht fest.

Er ist weg. Es tut mir in der Seele weh. Leider gab es keine andere Lösung, als erst mal abzubauen und zu sehen, ob in Zukunft etwas Neues entstehen kann“, sagte Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg kürzlich in einem Interview mit dem Südwestrundfunk.

Was abgebaut ist, das ist sein Kletterpark in Langenburg. Der bleibt 2019 geschlossen. Ob er jemals wiedereröffnet wird, ist derzeit fraglich. Die Schließung hat zwei Gründe: das Eschentrieb­sterben (siehe Infokasten) und zu viel Spannung auf den Sicherheitsseilen und deren Halterungshülsen. Beim Eschentriebsterben befällt ein Pilz die Bäume. Alles, was neu wächst, stirbt ab. Dagegen wehrt sich der Baum, so Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg. Er versucht, Triebe zu bilden. Weil er das nicht schafft, wird er immer trockener und stirbt schließlich ab.

Die Amtseinsetzung von Bürgermeister Wolfgang Class in Langenburg verdeutlicht auch den guten Weg der Stadt.

Eschen machen rund 40 Prozent des Bestandes aus

Lediglich ein bis zwei Prozent der befallenen Bäume werden überleben, so der Schlossbesitzer – dabei machen Eschen rund 40 Prozent seines Baumbestandes aus. Vor rund fünf Jahren tauchte die Krankheit das erste Mal im Langenburger Wald auf – da war der Kletterpark schon sechs Jahre lang in Betrieb. Seitdem breitet sie sich aus. Weil auch Eschen im Kletterpark betroffen sind, hätte man einige Parcours verändern müssen.

Verschärft wird das Problem durch die erhöhte Spannung auf den Sicherheitsseilen und deren Halterungshülsen. Die entsteht, weil die Bäume seit der Eröffnung des Parks vor rund elf Jahren weitergewachsen sind. Dieses Problem sei zwar bekannt gewesen, „aber nicht im Zusammenspiel mit der Ausbreitung des Eschentriebsterbens“, erklärt David König, Tourismus-Leiter des Schlosses. So hätte es laut Pressemitteilung „einen fast kompletten Neubau aller acht Parcours“ gebraucht. Der wäre jedoch zu teuer geworden.

In Langenburg wird viel getan, um Besucher in die Stadt zu holen. Die Übernachtungszahlen steigen weiter.

Unter dem Strich seien die Schließung und der Abbau des Kletterparks für den Tourismus in der Region verheerend, so König. „Das haben wir uns nicht gewünscht, aber wir konnten auch nicht alles stehen und verrotten lassen.“

Jetzt wird überlegt, wie es weitergehen soll. „Die Frage ist, wie wir den Kletterpark oder eine ähnliche Attraktion wiedereröffnen können“, sagt König.

Das könnte dich auch interessieren:

Vor 50 Jahren: Nach der verheerenden Brandkatastrophe im Januar 1963 mit immensen Schäden an den historischen Gebäuden und am kostbaren Inventar dauert es drei Jahre, bis das Schloss in Langenburg zum Kostenpunkt von rund sechs Millionen D-Mark zum größten Teil wiederaufgebaut ist und die weithin bekannte Residenz der Langenburger Fürsten und ihrer Familien wieder im alten Glanz erstrahlt.

Ein Pilz ist für das Baumsterben verantwortlich

Das Eschentriebsterben ist eine Baumkrankheit, die durch einen aus Ostasien eingeschleppten Pilz verursacht wird.

Die Pilzsporen infizieren im Sommer die Blätter der Esche, von wo aus der Erreger in die Triebe vordringt. Dort entwickeln sich Rindennekrosen. Das sind Wasseransammlungen unter der Rinde, die zu Rissen führen können. Die Nekrose führt zum Absterben der Triebe und letztlich des ganzen Baumes.

Krankheitssymptome beobachtete man erstmals 1992 in Polen. Von dort breitete sich der Erreger aus. In Deutschland wurde das Eschentriebsterben zum ersten Mal im Jahr 2002 entdeckt.

Bis heute sind keine wirkungsvollen Maßnahmen gegen die Krankheit bekannt. luc