Er hat uns viel versprochen, aber nicht alles

Wer betet, dem wird gegeben - aber Gott erfüllt nicht alle Wünsche. Gott verheißt uns seinen Beistand, seine Nähe, seine Liebe. Foto: dpa / Uwe Zucchi
Wer betet, dem wird gegeben - aber Gott erfüllt nicht alle Wünsche. Gott verheißt uns seinen Beistand, seine Nähe, seine Liebe. Foto: dpa / Uwe Zucchi
SWP 09.02.2013
Gedanken zum Sonntag von Pfarrer Marcus Götz aus Blaufelden.

Bittet, so wird euch gegeben!" So steht"s geschrieben, und wie oft haben wir schon für etwas gebetet und es doch nicht bekommen? Warum ist das so? Bitten wir falsch oder um das Falsche?

Wir müssen unterscheiden zwischen dem, was uns Gott versprochen hat, und dem, was wir so gerne hätten - und worum wir ihn deshalb auch immer wieder bitten. Er hat uns viel versprochen, aber nicht alles. Gott möchte gebeten sein und wir dürfen mit allem zu ihm kommen, aber er hat uns bei Weitem nicht versprochen, dass er alle unsere Wünsche erfüllt. Und es gibt meist einen großen Unterschied zwischen dem, was wir uns wünschen, und dem, was Gott uns versprochen hat.

Was hat er uns denn versprochen? All die vielen Verheißungen in der Bibel, das sind seine Versprechen an uns: "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!"(Jes 43); "Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer!"(Jes 54); "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."(Mt 28); "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!"(Joh 20); "Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist den Schwachen mächtig."(2. Kor 12)

Versucht man seine Verheißungen mit eigenen Worten wiederzugeben, stellt man fest, dass diese meist um das Gleiche kreisen: Gott verheißt uns seine Nähe, seinen Beistand, seine Liebe und Gnade; Vergebung für all unsere Schuld und das ewige Leben. Das alles hat er uns in seinem Wort versprochen. Darauf hat er uns sein Wort gegeben, und wir dürfen und sollen ihn beim Wort nehmen, mehr haben wir von ihm ja oftmals leider nicht.

Spüren Sie auch die große Kluft, den großen Unterschied, zwischen dem, was Gott uns versprochen hat, und dem, worum wir ihn immer wieder bitten? Aber spüren wir beim genaueren Hinsehen nicht auch, dass das, was er uns versprochen hat, viel schwerer wiegt und viel weiter trägt, als das, worum wir immer wieder bitten? Dietrich Bonhoeffer sagt: "Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche!" Gottes Verheißungen geben Erfüllung in Ewigkeit - das, worum wir bitten oftmals nicht einmal auf Zeit.

Bitten wir unseren himmlischen Vater doch um das, was er uns verheißen hat, dann werden wir erleben: "Bittet, so wir euch gegeben!"