Satteldorf Engstelle soll entschärft werden

Satteldorf / Johannes Ihle 23.06.2018

Mit der aktuellen Situation in der Satteldorfer Hauptstraße auf Höhe der ehemaligen Gaststätte „Grüner Baum“ sind sowohl das Rathaus als auch die Gemeinderäte nicht zufrieden. „Die Laster wählen oft den Weg über den Gehweg bis zur Unterführung, weil sie am Scheitelpunkt nicht aneinander vorbeikommen“, sagt Bürgermeister Kurt Wackler. Um vor allem den Fußgängern einen sichereren Weg zu bieten, soll die Straße umgebaut werden.

Ein beidseitiger Fußweg soll kommen, die Engstelle auf der Fahrbahn entschärft werden. „Das ist keine leichte Aufgabe. Es gibt viele Dinge, die beachtet werden müssen“, sagt Wackler. Bei einem Ortstermin schauten sich die Gemeinderäte mit dem Bürgermeister und Gebhard Ziegler vom Ingenieurbüro Ziegler die momentane Lage an und konnten eine auf der Straße aufgezeichnete neue Variante betrachten. Bis etwas Konkretes an der Straße unternommen wird, wird es allerdings noch dauern. „Es soll keine Hauruck-Aktion werden“, sagt Wackler.

„Im Straßenbau gibt es kein Richtig oder Falsch“, sagt Ziegler. „Zum Glück gab es bisher keine großen Unfälle. Aber heute würde man das so nicht mehr planen.“ Wenn Laster in der Kurve aneinander vorbeifahren, sei nicht viel Platz zwischen ihnen. Die Gefährdung der Fußgänger, die nur wenige Zentimeter neben der Straße gehen, ist ein großes Problem. Um dieses zu verringern, könnte der Gehweg auf 1,50 Meter erweitert werden und auch ein zweiter Bürgersteig auf der anderen Straßenseite gebaut werden. Zudem müsse man die Randsteine erhöhen, damit die Lkw nicht mehr diesen Weg wählen.

Fahrbahnbreite soll bleiben

Die Fahrbahnbreite soll bei 5,50 Meter beziehungsweise bei etwa 6,50 Meter in der Kurve bleiben. „Die Fahrbahn zu vergrößern, wäre der verkehrte Weg, da dann auf jeden Fall schneller gefahren werden würde“, sagt Wackler. Pkw dürfen 50 Kilometer pro Stunde fahren, Lkw müssen auf 30 Kilometer pro Stunde reduzieren. Durch das freigewordene Gelände, auf dem die Gaststätte „Grüner Baum“ stand, könnte zum einen auf der westlichen Seite ein Gehweg entstehen, und zum anderen die Kurve so verändert werden, dass sie weniger gefährlich für Fußgänger oder den Straßenverkehr ist.

Zwei Überlegungen stehen im Raum. Um die Geschwindigkeit geringer zu halten, wäre eine kleine S-Kurve denkbar. Eine etwas offenere Gestaltung, bei der man den Gegenverkehr frühzeitig sieht, würde eine bauchförmige Kurve bieten. Das Problem: Man sieht, dass nichts kommt und gibt Gas, die Kurve wird geschnitten.

Viele Vor- und Nachteile

„Es gibt viele Vor- und Nachteile bei einer Veränderung“, sagt Wackler. In einem sind sich die Gemeinderatsmitglieder einig: Eine Veränderung muss her. Doch zur Ausführung gibt es unterschiedliche Meinungen. Brunhilde Klingler hält noch nicht viel vom beidseitigen Gehweg. Sie würde die Straße queren, um auf der Seite der Bahngleise zu laufen, da auf der anderen Seite eine hohe Mauer die Sicht versperrt. Das sieht nicht nur Klingler so, sondern auch der Bürgermeister. Daher werde das Rathaus prüfen lassen, ob man zumindest einen Teil der Stützmauer abtragen kann.

Wilhelm Beck hält nichts von einem zweiten Gehweg. „Das macht keinen Sinn.“ Dadurch würde man den Blick für Autofahrer weiter öffnen und diese noch schneller fahren. „Ich würde das Eck bewusst lassen.“

Ein Problem könnte auch die Lkw-Maut werden, die ab dem 1. Juli auf den Bundesstraßen in ganz Deutschland gilt. Dadurch wird sich das Verkehrsaufkommen in Satteldorf vermutlich erhöhen. Ob dann eine offenere Straße, bei der schneller gefahren werden kann, Sinn ergibt? Wackler glaubt schon.

Sobald die Pläne konkreter werden, möchte sich der Bürgermeister erneut beim Landkreis für ein Lkw-Durchfahrtsverbot einsetzen. „Ich will mich darüber unterhalten, warum die Umfahrung über die B 290 nicht genutzt werden muss.“ Mit dem Umbau der Satteldorfer Hauptstraße hofft er, dass das Verbot endlich kommt.

Zunächst einmal sollen aber die Argumente, die für einen Umbau der Straße sprechen, aufbereitet und mit dem Straßenbauamt besprochen werden. In der zweiten Jahreshälfte kehrt das Thema zurück in den Gemeinderat. „Die Umsetzung des Umbaus könnte 2019 oder 2020 erfolgen“, so Wackler.

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