Es geht um viel Geld und es geht um die Zukunft der Ellwanger. Nicht nur um das nächste Jahr, sondern darum, wie sich diese Stadt auf die Zukunft einstellt. Als in der Röhlinger Sechtahalle kürzlich OB Michael Dambacher und der Stadtkämmerer Joachim Koch den Gemeinde- und Ortschaftsräten ihren Entwurf des Haushaltsplans für 2020 vorstellen, wird schnell klar, wie die Weichen gestellt werden sollen. 2018, als der Zuschlag für die Landesgartenschau 2026 kam, war es nicht viel mehr als ein vages Versprechen – jetzt wird dafür Kapital gesetzt. „Die Landesgartenschau hat Priorität eins“ sagt Michael Dambacher. Eine „Jahrhundertchance, um Impulse zu setzen für Verkehr, Infrastruktur, Tourismus und Einzelhandel“.

Landesgartenschau in Ellwangen Was wird aus diesem Bahnhof?

Ellwangen

Ab 2021 sollen jedes Jahr vier Millionen Euro in die Landesgartenschau investiert werden

Dafür werden im kommenden Jahr Millionen Euro ausgegeben: 840.000 Euro kostet der Ideenwettbewerb, zwei Millionen der städtische Anteil der Landesgartenschau GmbH, die im Spätsommer gegründet wird und 500.000 Euro der Grunderwerb auf dem LGS-Gelände. Und das ist nur der Beginn, ab 2021 sollen jedes Jahr vier Millionen Euro in die LGS investiert werden. Das sind stolze Beträge und das Stadtoberhaupt weiß auch, dass Großprojekte schnell aus dem Ruder laufen können: „Besonders wichtig ist eine effektive und effiziente Projektsteuerung und fortwährendes Controlling in der Bauphase. Wir werden verantwortungsvoll mit dem Geld umgehen und Folgekosten im Blick behalten.“ Dambacher schweigt auch nicht darüber, dass die konjunkturelle Eintrübung nach neun Jahren Aufschwung für Ellwangen zur Unzeit kommt. „Wir müssen den Gürtel enger schnallen, der Haushalt wird zur Herausforderung. Wir müssen kurz-, mittel- und langfristig den Ergebnishaushalt stärken“, sagt er.

OB Michael Dambacher: „Unsere Stadt hat ein solides finanzielles Fundament“

Denn auch die EATA (Europäische Ausbildungs- und Transferakademie), die Konversion der Bundeswehrflächen, der Breitbandausbau sowie Kindergärten und Schulen kosten Geld. Die vielen Aufgaben und die zwangsweise steigenden Schulden machen den neuen OB indes nicht bange. Er versucht auch die Gemeinderäte zu ermutigen: „Unsere Stadt hat ein solides finanzielles Fundament. Nach drei Jahren ohne Kreditaufnahme ist die Verschuldung gering und das Zinsniveau soll laut Europäischer Zentralbank niedrig bleiben.“

Gute Voraussetzungen für eine Stadt, die Großes erreichen will und dafür auch viel Geld setzen muss. Noch wichtiger als die Finanzen ist aber eine Bürgerschaft, die voll und ganz hinter dem Projekt Landesgartenschau steht. Dambacher will darum schon am 24. Januar bei einer Informationsveranstaltung die Bürger einbinden und dafür sorgen, dass das Landesgartenschaufieber von der Stadtverwaltung auf die Ellwangerinnen und Ellwanger übergreift.