Mobilfunk Einwohner von Dünsbach und Morstein: 196 Unterschriften gegen Mobilfunk

Der Dünsbacher Wasserturm ist mit Anlagen zweier Mobilfunkanbieter bestückt, darunter eine UMTS-Antenne von Vodafone. Foto: Erwin Zoll
Der Dünsbacher Wasserturm ist mit Anlagen zweier Mobilfunkanbieter bestückt, darunter eine UMTS-Antenne von Vodafone. Foto: Erwin Zoll
Dünsbach / ERWIN ZOLL 18.02.2013
Einwohner von Dünsbach und Morstein wehren sich gegen die Mobilfunk-Antennen auf dem Dünsbacher Wasserturm. Mit einer Unterschriftenaktion fordern sie die Entfernung der Anlagen.

Bei den Anlagen auf dem Dünsbacher Wasserturm, der der Hohenloher Wasserversorgungsgruppe (HWG) gehört, handelt es sich um eine Antenne des Netzbetreibers E-Plus, die seit 2006 in Betrieb ist, und um eine UMTS-Anlage von Vodafone, die 2009 zur Breitbandversorgung von Dünsbach und den Nachbarorten installiert worden ist.

In einer Resolution, die sie in Kürze der HWG übermitteln wollen, schreiben die Dünsbacher Mobilfunkgegner, es sei "bekannt und bewiesen", dass Wasser "durch Funkstrahlen sehr belastet" werde und "als Überträger" fungiere. Menschen und Tiere würden durch die ständige Funkstrahlenbelastung krank beziehungsweise "in der Immunität gegenüber Krankheiten sehr geschwächt". Außerdem werde die Natur stark geschädigt.

Nach Angaben von Gaby Petzel aus Dünsbach, einer der Initiatoren der Unterschriftenaktion, haben 196 Einwohner von Dünsbach und Morstein die Resolution unterschrieben. Das sind 45 Prozent der Einwohner beider Ortschaften.

Der Vorsitzende der Hohenloher Wasserversorgungsgruppe, der Schrozberger Bürgermeister Klemens Izsak, hat auf HT-Anfrage die Bereitschaft seines Zweckverbands zu einem Gespräch mit den Mobilfunkgegnern in Dünsbach erklärt. Izsak will mit einer Stellungnahme jedoch warten, bis ihm die Resolution vorliegt.

Die HWG hat Mobilfunkbetreibern nicht nur den Dünsbacher Wasserturm zur Verfügung gestellt, sondern auch einige andere. Die Einnahmen aus den Pachtverträgen beziffert Izsak auf 36.000 Euro jährlich, das sind rund 0,8 Prozent der Aufwendungen, die die HWG 2010 hatte. "Wir stellen die Wassertürme nicht zur Verfügung, um Einnahmen zu erzielen", meint Izksak, "sondern weil die Netzbetreiber Anlagen in exponierter Lage brauchen." Es sei besser, die vorhandenen Wassertürme zu nutzen als neue Sendemasten aufzustellen. Izsak weist auch darauf hin, dass die HWG mit den Netzbetreibern langfristige Verträge abgeschlossen habe. "Die Verträge kann man nicht von heute auf morgen kündigen", sagt Izsak.

Beim Gerabronner Bürgermeister Klaus-Dieter Schumm löst die Unterschriftenaktion Verwunderung aus. Auf HT-Anfrage erinnerte Schumm daran, dass es in der Vergangenheit in Dünsbach Beschwerden über die mangelhafte Mobilfunkversorgung gegeben habe. Bei einer Bürgerversammlung in dem Teilort hätten sich die Teilnehmer einhellig für die Versorgung mit UMTS ausgesprochen. Inzwischen arbeitet die Stadt Gerabronn in Dünsbach auf die Breitbandversorgung per Kabel hin. Sie hat mit der Stadt Ilshofen ein Leerrohr von Obersteinach nach Dünsbach und Morstein verlegen lassen und sucht nun per Ausschreibung einen Netzbetreiber.

Info UMTS steht für Universal Mobile Telecommunications System. Das ist ein Mobilfunkstandard, der höhere Datenübertragungsraten ermöglicht. Unter anderem eröffnet UMTS den Zugang zum Internet.