Wolpertshausen Eintracht bringt Vielfalt

CLAUDIA KERN-KALINKE 26.02.2013
Lieder für jede Generation und für jeden Geschmack präsentierten die Chöre aus Wolpertshausen mit Gästen aus Gaisbach und Reinsberg beim Konzert.

Englisch oder deutsch gesungen, fetzig oder getragen, Volkslied oder Popmusik - die Wolpertshausener boten alles: von Brahms bis Abba, von Western-Songs bis Tote Hosen, von Hubert von Goisern bis Leonhard Cohen.

Drei, vielleicht sogar vier Generationen waren unter den Zuhörern wie auch auf der Bühne. Kaum hatten Oma und Opa im Gemischten Chor mit einem aktuellen Thema begrüßt: "Ein Mensch ist kein Mensch mehr ohne Handy", da entführten die Enkel mit Hänsel und Gretel ins Märchenland. Der Chor der Wolpiwichtel bekam besonders herzlichen Applaus.

Eine Zugabe wurde auch vom Männerchor gefordert. Gleich zweimal schmetterten die Sänger das Moskau-Lied: "Wirf die Gläser an die Wand, Russland ist ein schönes Land!" Einspruch kam umgehend von der jungen Formation Fun Harmonists. Zusammen mit einem zu diesem Anlass gegründeten Rap-Chor besangen sie "Kein schöner Land in dieser Zeit".

Das konnte auch die alte Friedel gut verstehen und versöhnte sich mit den vielen englisch gesungenen Chorbeiträgen. Anneliese Pfeifer und Nadine Bader ließen sich als Omas auf der Ruhebank vor der Bühne nieder und sinnierten über Chormusik gestern und heute: "Jede Zeit hat ihre Lieder, Hauptsache ist doch, man singt überhaupt."

Generationen übergreifend war auch die Moderation zwischen den Auftritten. Frech und selbstbewusst kündigte Lena Fischer, die jüngste, den nächsten Erwachsenen-Chor an: "Lass sie singen, sie sind schon ganz aufgeregt." Ihr Altersgenosse Max Leiser meinte: "Wenn ich groß bin, möchte ich auch im Männerchor singen und die Herzen der stolzesten Frauen brechen." Wolfgang Bader und Albrecht Fischer vertraten die mittlere Generation und als Senioren waren Hermann Rüger und Karl Kerber dabei. Mit schwarzem Hut und dunkler Sonnenbrille kündigten sie "die Blues Brothers und Sisters" an.

Sympathien erwarben sich die Happy Singers vom Gesangverein Eintracht Gaisbach - eingeladen, "weil der Pfeifers Anneliese ihr Bruder da mitsingt". Sie hatten Songs von Abba, Tote Hosen und Hubert von Goisern im Repertoire. Der Männerchor vom Liederkranz Reinsberg sattelte die Pferde zum musikalischen Ritt durch die Prärie.

Mit einem eigenen Lied "Die Stimme der Eintracht Wolpertshausen" verabschiedeten sich alle drei ortsansässigen Chöre. Ganz überraschend tauchte Christoph Klaiber mit seiner Trompete auf der Empore auf und setzte ein festliches Glanzlicht zum Abschluss.