Einweihung Einen Meilenstein in der Geschichte der LBV gesetzt

Schrozberg / Harald Zigan 04.11.2016
Die Schrozberger Genossenschaft LBV errichtet eine neue Bäckerei – und investiert damit sechs Millionen Euro in die Zukunft. Redner loben bei der Einweihung den Mut zu diesem Projekt.

In Schrozberg werden wahrlich keine kleinen Brötchen gebacken: 4,5 Millionen Euro steckte die Genossenschaft LBV in den Bau einer neuen Bäckerei, die binnen eines Jahres auf dem früheren Drews-Areal hochgezogen und am Donnerstag eingeweiht wurde. Für weitere 1,5 Millionen Euro schaffte die LBV modernste Gerätschaften und Backöfen an. Mit dieser größten Einzelinvestition in der über 100-jährigen Geschichte der Genossenschaft beweist die LBV Mut und Zuversicht auf dem ­beinhart umkämpften Backwaren-Markt.

Die alte LBV-Bäckerei, die in ihren Ursprüngen auf das Jahr 1923 zurückgeht, wäre für ein weiteres Wachstum in diesem Geschäftszweig nicht mehr gerüstet gewesen, sagte der LBV-Vorstandsvorsitzende Rudolf Herrmann. Benachbarten Genossenschaften komme man mit dem Neubau aber nicht in die Quere: Weit und breit ist die LBV die einzige landwirtschaftlich ausgerichtete Genossenschaft, die sich auch Brot,  Brötchen und Co. widmet.

Für den LBV-Geschäftsführer Wilhelm Thierauch „wurde ein Traum wahr“. Auch er verwies darauf, dass nur mit einem Neubau die Rolle der Genossenschaft als regionaler Versorger mit Backwaren in mittlerweile 18 Filialen aufrechterhalten und weiterausgebaut werden könne. „Wir sind und bleiben eine Handwerksbäckerei“, versicherte Wilhelm Thierauch den Gästen bei der Einweihung: „Bei uns werden alle Backwaren selbst produziert.“

30 Firmen am Neubau beteiligt

Die technischen Voraussetzungen dafür schuf das auf Bäckereien spezialisierte Ingenieurbüro IGK Krabbe aus Osnabrück: Dessen Sprecher Thomas Hafner hob die „angenehme Zusammenarbeit“ mit der Genossenschaft hervor. Die koordinierende Bauleitung oblag dem Architekturbüro Döllinger aus Schillingsfürst, dessen Chef Horst Döllinger angesichts eines „sportlichen Zeitplans“ für den Neubau launig darauf hinwies, dass man in Schroz­berg ja keinen Berliner Flughafen oder eine Hamburger Elbphilharmonie errichtet habe. Im LBV-Fall zogen immerhin 30 Firmen und 15 Fachplaner an einem Strang.

Die Schrozberger Bürgermeisterin Jacqueline Förderer bescheinigte der Genossenschaft, stets mit der Zeit gegangen zu sein und das Filialnetz zielstrebig ausgebaut zu haben: „Der Neubau stärkt nicht nur die LBV, sondern die gesamte Stadt und den Standort Schrozberg.“

Seinen Hut vor der Erfolgsgeschichte der Genossenschaft zog auch Johannes Schultheiß, Landesinnungsmeister des württembergischen Bäckerhandwerks. Denn „die Schrozberger haben ein klares Bekenntnis zu unserer Branche abgelegt und angesichts des Umsatzzuwachses im Backwaren-Geschäft auf das richtige Pferde gesetzt.“ Daran knüpfte Gerhard Schorr vom baden-württembergischen Genossenschaftsverband an: Der Verbandsdirektor rechnete vor, dass die Bäckerei zusammen mit den drei Edeka-Märkten immerhin 30 Prozent zum gesamten Umsatz beisteuert. Wichtig sei es auch, neben dem Agrarsektor ein zweites Standbein zu besitzen.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Arnulf von Eyb, der auch für seinen Kollegen Friedrich Bullinger (FDP) und den Bundestagsabgeordneten Harald Ebner (Grüne) sprach, sah die LBV als regionalen Versorger mit Backwaren auf dem richtigen Weg. Pfarrer Georg Leiberich kleidete seinen Glückwunsch in Reime („Im Lagerhaus war man gescheit und erkannte die Zeichen der Zeit“).

Das letzte Wort bei der Einweihungsfeier hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Heinz Bauer: „Ich bin überzeugt, dass die Bäckerei-Mitarbeiter den Neubau mit ihrem handwerklichen Geschick zu einer ertragreichen Investition werden lassen.“

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