Kreßberg Einen bedenklichen Trend stoppen

Kreßberg / Birgit Trinkle 07.01.2019
Im Kreßberger Feuerwehrhaus hat sich Bürgermeister Robert Fischer auch mit Blick auf die anstehenden Wahlen für einen respektvollen Umgang miteinander stark gemacht.

Wie immer hat Bürgermeister Robert Fischer den Neujahrsempfang genutzt, um Themen anzusprechen, die ihm unter den Nägeln brennen. Ausgehend vom 2019 anstehenden 70. Geburtstag des Grundgesetzes erinnerte er daran, wie die Männer und Frauen des Parlamentarischen Rates intensiv um den Wortlaut gerungen und schließlich eine moderne und zeitlose Verfassung geschaffen haben, deren erste 19 Artikel mit gutem Grund unveränderlich seien. Der wichtigste Satz sei der in Artikel 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Mit diesem Satz warb Fischer für mehr Rücksicht im gegenseitigen Umgang, „für mehr Verständnis für die Männer und Frauen, die sich im Ehrenamt engagieren und Verantwortung tragen“.

Wichtige Wahlen

In diesem Jahr werden Gemeinderat, Kreistag und die Abgeordneten des Europäischen Parlaments neu gewählt: „Leider finden wir immer weniger Interessenten für dieses Ehrenamt, weil wenig Lob und viel Kritik meist der Lohn sind.“ Wenn der Gemeinderat eine nicht überall populäre Entscheidung treffe, werde schnell argumentiert, dass die gewählten Vertreter der Bürger im Hauptorgan der Gemeinde nicht richtig informiert seien, die Sache nicht verstanden hätten und die Interessen der Bürger sowieso nicht vertreten würden. Fischer sprach von der Würde der Gemeinderäte und sah dasselbe Problem im Umgang mit Vereinsvorsitzenden: „Oftmals werden sie unberechtigt kritisiert. Dass sich dem niemand aussetzen will, zeigt die steigende Zahl von nicht besetzten Funktionsstellen in den Vereinen.“

Ähnlich sei es bei Politikern. Sie müssten sich ebenfalls viel zu oft unberechtigte Kritik gefallen lassen oder sie würden mit unerfüllbaren Forderungen konfrontiert. „Auch unsere Volksvertreter sind Menschen, deren Würde geachtet werden sollte.“

Für Respekt werben

Fischer versicherte, er wolle weder Diskussionen abwürgen noch Kritik infrage stellen. „Aber ich möchte dafür werben, dass man mit Menschen, die für ihre Mitmenschen Verantwortung übernehmen und der Allgemeinheit dienen, ebenso respekt- und würdevoll umgeht, wie man es selbst von diesen erwartet.“ Vielleicht gebe es dann ja eine Chance, den Trend zur zunehmenden Ablehnung öffentlicher Ämter umzukehren und die Bereitschaft zur Übernahme von Ehrenämtern wieder zu stärken.

Kreßberg entwickelt sich

Wie es sich gehört für einen Neujahrsempfang, gab es nicht nur Gespräche, ein Glas Wein oder Saft, Musik und ein Dankeschön an alle, die zum guten Miteinander in Kreßberg beitragen, der Bürgermeister nutzte auch die Gelegenheit, um auf die großen Projekte einzugehen.

Einiges wurde bereits 2018 auf den Weg gebracht, etwa wurden 47 neue Bauplätze in Mariä­kappel erschlossen. Die Zahl der Krippenplätze wurde erneut dem steigenden Bedarf angepasst und die Bauarbeiten zum Ausbau des Breitbandnetzes haben begonnen. Gemeinsam mit Fichtenau wurde ein Zweckverband zur Realisierung des interkommunalen Gewerbegebietes in Bergbronn gegründet.

  • 2019 wird der Ausbau des Breitbandnetzes fortgesetzt.
  • Die ENBW/ODR beginnt mit der Herstellung des Gasanschlusses für Kreßberg.
  • Eine große Aufgabe wartet mit dem Bau des Geschäfts- und Ärztehauses in Waldtann; damit will die Gemeinde die allgemeinmedizinische Versorgung langfristig sichern.
  • Die Gemeindehalle in Haselhof wird energetisch ertüchtigt und grundlegend saniert.
  • Auch die Bebauungspläne für das interkommunale Gewerbegebiet und die Ortsumfahrung Bergbronn werden vorangebracht.

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