Serie Ein Hoch auf das „Unkraut“

Gierschküchle mit jungem Giersch dekorieren? Ja, auch das ist bei Jessica Buschmeier-Gundel möglich.
Gierschküchle mit jungem Giersch dekorieren? Ja, auch das ist bei Jessica Buschmeier-Gundel möglich. © Foto: Nils Gundel
Beimbach / Nils Gundel 01.07.2017

Giersch. Allein der Name ist für viele Gartenbesitzer Erinnerung an einen stets wiederkehrenden Alptraum, den sie einfach nicht aus ihrem Boden bekommen. Dabei begleitet er die Menschheit, wie viele andere Wildpflanzen, schon lange. Roh gegessen hat er geschmackliche Ähnlichkeit mit Mohrrüben, in einer Lasagne oder gekocht als Beilage ist er ein guter Ersatz für Spinat. Außerdem ist er aufgrund seiner charakteristischen dreieckigen Stengelform und seiner neun Blätter kaum mit einer anderen Pflanze zu verwechseln.

Ein wahres Wunderkraut

„Lichtimpulse sind für die Giersch­wurzeln ein Signal zu wachsen. Wenn man den Boden umgräbt, um an die Wurzeln zu kommen, dann fördert man geradezu das Wachstum“, so Jessica Buschmeier-Gundel aus Beimbach. Ihre Devise: „Wenn ich ihn sowieso im Garten habe und er mir nutzt, warum sollte ich ihn dann nicht verwenden?“

Der Anspruchslosigkeit des Giersch steht eine Fülle von Nährstoffen und Vitaminen entgegen, die in seinen Blättern und Stengeln enthalten sind. „Unsere Vorfahren haben das Gewächs jahrtausendelang genutzt. Heute ist es bei vielen verpönt, für mich ist es mein absolutes Lieblingskraut“, so Buschmeier-Gundel. In ihren Führungen und Kursen bringt die Kräuterpädagogin Menschen allerlei Wildpflanzen wieder als Nahrungsmittel näher.

Ein variantenreiches Mahl

„Der Giersch steht bei mir unter einem Baum, und da dürfen mein Mann und mein Sohn auch nicht mit dem Rasenmäher dran. Zum Glück essen die beiden ganz gerne Gierschküchle, dann ist das kein Problem“, sagt sie. „Ich ernte ihn dann mit der Handsense ab. Älterer Giersch eignet sich gerade für das Kochen, den jungen kann man auch gut als Dekoration oder zum Aufpeppen von Salaten nutzen.“

Gierschküchle sind zudem eine ausgezeichnete Möglichkeit, Reste aus Kühlschrank und Speisekammer zu verwerten. Käse oder Speck  eignen sich trefflich zu dieser Speise: „Man gibt einfach das in den Teig, auf was man gerade Lust hat. Bei mir war es heute der Käse.“ Ein simples Essen also, dem jeder seinen ganz individuellen Anstrich geben kann.

Gierschküchle von der Kräuterpädagogin

Zutaten: 100g frischen Giersch, 1 große Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 4 Brötchen, 100 g geriebener Käse, 1 Ei, Salz, Pfeffer, Muskat, Paprikapulver, Paniermehl, Butterschmalz zum Ausbacken.

Zubereitung: Brötchen einweichen. Giersch waschen und hacken, ebenso die Zwiebel und den Knoblauch. Brötchen ausdrücken, mit  Giersch, Zwiebel, Knoblauchzehe, geriebenem Käse und dem Ei gut verkneten. Je nach Festigkeit etwas Paniermehl zugeben. Küchle formen, flach drücken und in Paniermehl wälzen. In Butterschmalz  bis zur gewünschten Bräune anbraten. Alternativ im Backofen auf einem gefetteten Blech bei 200 Grad eine halbe Stunde lang backen, zwischendurch umdrehen.

Zaziki als Beilage

Zutaten: 500g griechischen Joghurt, 1 Gurke, 3 Zehen Knoblauch, 1 TL Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Gurke halbieren, die Kerne entfernen und fein hobeln. Anschließend einsalzen und warten, bis sich der Gurkensaft absetzt. Knoblauchzehen schälen und in Joghurt pressen. Die Gurke in sauberes Tuch geben und den Saft abpressen. Die trockene Gurke in den Joghurt geben und mit Olivenöl unterrühren. Durchziehen lassen und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. ng