Kirchberg Ein heißes Bad im Februar

Ein feuriges Spektakel wird in der Poststraße das Programm beenden. Privatfoto
Ein feuriges Spektakel wird in der Poststraße das Programm beenden. Privatfoto
ERWIN ZOLL 08.02.2013
Wer sein "jährlich Bad" heuer noch nicht genommen hat, sollte ruhig noch etwas warten. Beim Kirchberger Stadtfeiertag am 23. und 24. Februar haben die Besucher Gelegenheit, sich ausgiebig zu säubern.

"Aegirs Badezuber" gehört zu den Attraktionen des mittelalterlichen Marktes, der in diesem Jahr zum sechsten Mal zum Programm des Stadtfeiertags gehört. In einem Zelt wird ein Zuber mit heißem Wasser bereitstehen, in dem bis zu zwölf Badegäste bequem Platz finden. Duschen und Umkleidekabinen stehen selbstverständlich zur Verfügung.

Im Mittelalter wurde er an nahezu jeder Kreuzung erhoben, jetzt erlebt er in Kirchberg eine Neuauflage: der Wegezoll, den erwachsene Besucher in diesem Jahr zum ersten Mal entrichten müssen. Drei Euro beträgt ihr Eintritt für beide Tage; Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt. Bisher hatte sich die Stadt auf die Bitte um einen freiwilligen Beitrag beschränkt - mit dem Kauf eines Ansteckers für drei Euro unterstützten durchschnittlich bis zu 900 Besucher die Stadt bei der Finanzierung des Stadtfeiertags.

"Wir sind froh, dass wir beim Stadtfeiertag so gute Unterstützung haben", betonte Bürgermeister Stefan Ohr gestern bei einer Pressekonferenz. Neben dem Verein "Lebendiges Mittelalter" aus Heroldhausen, der den mittelalterlichen Markt mit voraussichtlich 55 Ständen organisiert, wirken viele Gruppen mit. Dazu gehört der Rinderzuchtverein Schwäbisch Hall, der die Jungviehprämierung ausrichtet. An die 40 Tiere werden am Samstag auf dem Frankenplatz erwartet. Das Preisgeld hat die Stadt von 25 auf 40 Euro je Rind erhöht. Sie trägt damit dem steigenden Aufwand der Züchter Rechnung.

Zum 27. Mal in Folge lädt der Kirchberger Naturschutzbund zur Mostprobe ein. NABU-Vorsitzender Bruno Fischer rechnet mit bis zu 70 Proben, die der Jury vorgesetzt werden. "Die Qualität hat in den letzten Jahren stark zugenommen", meint Fischer, der sich allerdings auch daran erinnert, dass früher auch Mostsorten dabei waren, "die man kaum trinken konnte".

Zu den weiteren Stützen der Stadt gehören der Bauernverband und die Landfrauen, die beide ebenfalls auf dem Frankenplatz präsent sind. Während die Landfrauen ihre berühmten Kutteln und andere Spezialitäten ausspeisen, veranstalten die Landwirte wieder ein Wettsägen, und sie warten mit Information zu landwirtschaftlichen Themen auf.

Die Kirchberger Handwerker schicken zwei Teilnehmer ins Rennen: Steinmetzmeister Andreas Scherer und Zimmermeister Markus Kratzer werden in der Poststraße einen Einblick in ihre Arbeit geben.

Zum fünften Mal wird es beim Stadtfeiertag ein Jagdbogenturnier geben, das auf einem Parcours um die Stadt ausgetragen wird. Die Schützen beginnen den Rundweg an beiden Tagen im Hofgarten.