Oberspeltach Ein Haus für die Gemeinde

Frankenhardt / Christine Hofmann 09.08.2018
Der Bau des Gemeindehauses in Oberspeltach hat sich mehrfach verzögert. Die Hindernisse sind jetzt aus dem Weg geräumt.

Die Baugenehmigung für das Gemeindehaus ist da“, verkündete Dr. Ralf Bürzele beim Kirchplatzfest rund um die Martinskirche Oberspeltach. Die Nachricht des Pfarrers kam bei den Gemeindemitgliedern gut an, schließlich warten sie schon länger darauf, dass sich in Sachen Gemeindehaus etwas tut. Das Oberspeltacher Pfarrhaus mit dem Gemeindesaal, in dem sich die kirchlichen Gruppen früher trafen und in dessen Garten das Gemeindefest gefeiert wurde, ist bereits vor vier Jahren verkauft worden.

Mit dem Verkaufserlös und mit Zuschüssen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Kirchenbezirks Crailsheim soll ein neues Gemeindehaus gebaut werden – gleich neben der Martinskirche. Die Baukosten betragen knapp 700.000 Euro.

Das neue Gemeindehaus wird L-förmig gebaut: Ein Teil (mit Sakristei und Nebenräumen) schließt direkt an die Kirche an, der größere Teil (mit einem Saal mit Platz für 60 Personen) steht parallel zur Kirche. „Die Gebäudeteile gruppieren sich mit der Martinskirche um einen Innenhof, der zum Lanzenbach hin offen ist“, erklärt Architekt Armin May die Pläne.

Ralf Bürzele hält das Gemeindehaus für die rund 600 Mitglieder der Kirchengemeinde Oberspeltach für absolut notwendig: „Man könnte im Dorfgemeinschaftshaus, in das wir zwischenzeitlich ausweichen, sicher auch Gemeinschaft machen. Aber es hat einfach nicht die räumliche Nähe zur Kirche. Die ist jedoch ganz entscheidend.“

Im Gemeindehaus soll wieder Kinderkirche stattfinden, die Konfirmanden sollen sich hier von Zeit zu Zeit treffen und auch andere Gruppen und Kreise. Und es gibt noch weitere Ideen, wie das neue Haus mit Leben gefüllt werden kann. Bürzele: „Hier könnte unter der Woche ein Mittagstisch angeboten werden, an dem Menschen, die allein sind, zusammen essen können.“

Doch noch steht das Haus nicht, die Planungsphase hat sich in die Länge gezogen. „Es gab verschiedenen Faktoren, die zu Verzögerungen führten“, sagt Architekt May. Zunächst mussten Bedenken des Landesdenkmalamts wegen des notwendigen Abrisses der Sakristei aus dem Weg geräumt werden. Da das Grundstück der Kirche jedoch nicht besonders groß ist, ist ein Neubau nur möglich, wenn der bestehende Anbau weicht. Dann waren Untersuchungen des Untergrunds nötig. „Der Baugrund ist erst in sechs Metern Tiefe tragfähig. Die Fundamente des Gebäude müssen also auf eine sogenannte Brunnengründung gesetzt werden.“

Zuletzt zeigte sich beim Unwetterereignis im Mai 2016, als die Martinskirche unter Wasser stand, dass das Gelände am Lanzenbach hochwassergefährdet ist. Also wurden die Pläne noch einmal überarbeitet: Das neue Gemeindehaus wird nun angehoben und bekommt eine Rampe. Auch war die Frage der Parkplätze nicht so leicht zu klären. Die Kirche bekam schließlich von einem Nachbarn ein Stück Land, auf dem die zehn erforderlichen Stellplätze angelegt werden können.

„Es hat einfach gedauert, bis alle Probleme gelöst waren“, fasst Pfarrer Bürzele zusammen. Nun gebe es jedoch nicht mehr viele Hindernisse. „Die Freigabe zum Abriss der Sakristei haben wir auch schon.“ Auch die Erlaubnis für die Weiterbeauftragung des Architekten durch den Oberkirchenrat ist gerade eingetroffen. „Ich hoffe, dass wir im Herbst ausschreiben und im kommenden Frühjahr mit dem Bau beginnen können“, so Bürzele. Die Bauzeit wird etwa ein Jahr betragen.

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