Kreßberg/Fichtenau Ein Dorfauto und zwei Tankstellen

Auftanken vor dem Bahnhof: In Schrozberg steht bereits eine ENBW-Ladesäule.
Auftanken vor dem Bahnhof: In Schrozberg steht bereits eine ENBW-Ladesäule. © Foto: xx
Fichtenau/Kreßberg / Jens Sitarek 14.09.2018
Fichtenau und Kreßberg stellen Parkplätze für Ladesäulen zur Verfügung. In einer Gemeinde wird das passende Fahrzeug gleich mitgeliefert.

Die Firma ENBW ODR mit Sitz in Ellwangen treibt den Ausbau der Infrastruktur für Elektro-Ladesäulen voran – und Fichtenau und Kreßberg machen mit. Der Deal sieht so aus: Die Gemeinden stellen eine Stellfläche für die Ladestation und einen Parkplatz zur Verfügung, ansonsten entstehen für sie keine Kosten. Die Firma kümmert sich um Planung, Bau und Betrieb.

Der Fichtenauer Gemeinderat gab in der August-Sitzung grünes Licht für das Projekt. Die Ladesäule soll beim Rathaus in Wildenstein auf dem unteren Parkplatz bei der Feuerwehr installiert werden. Der Gestattungsvertrag läuft fünf Jahre.

„Wer lädt da?“, fragt sich Gemeinderat Dieter Schenk. Statt Rathaus würde für ihn eher der Standort Vital-Hotel Meiser in Neustädtlein Sinn machen.

„Die ENBW hat es sich angeschaut“, antwortet Bürgermeisterin Anja Wagemann, „die haben ihre Erfahrungswerte.“ Gemeinderat Stefan Eckert sieht das Ganze positiv, er betrachtet es aber auch mit Humor: „Das unterstreicht die Fortschrittlichkeit der Gemeinde: Eine Elektrotankstelle ist eine mehr, als es konventionelle Tankstellen gibt.“

Fünf oder sieben Sitze?

Der Kreßberger Gemeinderat stimmte in der September-Sitzung für die Ladesäule, sie soll gegenüber des Rathauses in Waldtann auf der anderen Straßenseite aufgestellt werden. Anders als in Fichtenau stimmten die Kreßberger zusätzlich darüber ab, ob sie ein Elektroauto eines Carsharing-Unternehmens aus Mutlangen anmieten. Lediglich die Entscheidung, ob es ein Fünf- oder Sieben-Sitzer eines japanischen Herstellers wird, steht noch aus.

Wer das Gefährt nutzen will, registriert sich mit seinem Führerschein bei der Verwaltung, anschließend lässt sich das Fahrzeug jederzeit online reservieren. Die Anmeldegebühr liegt  bei 49 Euro, die Nutzungsgebühr schwankt. Am Tag kostet die Stunde beim kleinen Auto sechs Euro und der Kilometer 18 Cent, beim großen Auto wären es acht Euro pro Stunde und 22 Cent pro Kilometer.

Kreßbergs Bürgermeister Robert Fischer kann sich vorstellen, dass das Elektroauto nicht nur privat genutzt wird, sondern auch für einen Bürgerfahrservice oder als Dienstfahrzeug der Verwaltung. „Bei mir nutzt es nichts“, so sagt es Gemeinderat Bernd Kaspar, „ich wohne in Marktlustenau.“ Das „Dorfauto“, wie Fischer es formuliert, steht vier Kilometer entfernt in Waldtann.

Die Schwierigkeit in der Gemeinde Kreßberg sei die Dezentralität, fügt Ulrich Bayer hinzu. „Wir können nicht mit 4000 Einwohnern rechnen.“ Aber: „Wenn wir es nicht probieren, wissen wir nicht, ob es funktioniert“, betont der Bürgermeister.

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