Schnelldorf Ein "Edelstein" für Schnelldorf

Schnelldorf / HEINZ MEYER 03.05.2012
Als einen "Edelstein" für seine Kommune bezeichnete Bürgermeister Thomas Unhoch das neue "Haus der Betreuung und Pflege" in Schnelldorf, das jetzt nach fast zweijähriger Bauzeit eingeweiht wurde.

Für den Rathauschef ist damit nach langjähriger Standortsuche ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Seit 2004 war das Gemeindeoberhaupt mit einem Investor auf der Suche nach einem passenden Grundstück gewesen, bevor sich das Gelände am früheren Sägewerk in der Rothenburger Straße als geeignet herauskristallisierte.

Für den stellvertretenden Landrat Kurt Unger ist in Zeiten des demografischen Wandels eine solche wohnortnahe Möglichkeit der Pflege in der bayerischen Grenzgemeinde "sehr wichtig". Er verwies in diesem Zusammenhang auf ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept, das der Landkreis Ansbach in Kürze beschließen will. Auch Pfarrerin Uta Lehner und Stadtpfarrer Wilhelm Atzkern stellten die neue Einrichtung ökumenisch unter den Schutz und Segen Gottes und bekräftigten die Weihe mit der Überreichung eines Kreuzes.

Laut Einrichtungsleiterin Andrea Dürr-Schmidt bemisst sich der Wert einer Gesellschaft danach, wie diese mit ihren Alten und Kranken umgeht. So sei diese "offene Einrichtung" ein positiver Beleg für diese Aussage, deren Geist aber auch nach außen getragen werden soll mit einer Teilnahme der Bewohner am Gemeindeleben.

Für Timo Ströbel vom federführenden Bauunternehmen aus Schrozberg-Spielbach ist das Haus "Bergenie" seit dem Spatenstich im Juni 2010 zu einem "Schmuckstück" geworden. Es sei architektonisch nicht einfach gewesen, das Gebäude auf das vorhandene Grundstück zu bringen. Insgesamt sei eine barrierefreie und harmonische Einheit entstanden. Mit dem Anschluss an das Nahwärmenetz Schnelldorf komme man den Erfordernissen der Umwelt nach und für einen zusätzlichen Wohnpark "Bergenie 2" auf der gegenüberliegenden Straßenseite sei bereits ein weiteres Baugesuch fertig.

Timo Ströbel übergab an Geschäftsführer Alexander Thoma von der privaten Trägergesellschaft einen überdimensionalen Schlüssel für das fertige Haus. Thoma hob die große Unterstützung durch die Kommune bei der Verwirklichung des Vorhabens heraus. Somit konnte in Schnelldorf ein neues Dienstleistungsangebot geschaffen werden, das einen weiteren Pluspunkt im Gemeindeleben darstelle.

Die neue Pflegeeinrichtung ist aufgeteilt in zwei Etagen mit separaten Wohnbereichen. Die beiden großen Gemeinschaftsräume sollen zu einem Zentrum der Kommunikation in der künftigen Gemeinschaft werden.

Die Einrichtung erfüllt alle Normen des in Bayern neu eingeführten Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes. Neben 30 Einbettzimmern stehen künftig auch fünf Zweibettzimmer zur Verfügung. Geplant ist eine "intensive Zusammenarbeit" mit Gemeinde, Kindergarten, Schule, Apotheken, Ärzten und anderen medizinischen Institutionen. Die hohe Dienstleistungsqualität sei eine Unternehmensphilosophie, so Thoma, der auch von weiteren hausinternen Vorzügen, wie Wäscherei und Küche, berichtete.

In der Startphase ab 1. Mai werden 14 Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt. Sukzessive sollen dann weitere Arbeitsplätze folgen, wenn das Heim, in das in der ersten Woche sechs Bewohner einziehen, dann mit der Zeit immer voller wird.

Alexander Thoma zeigte sich überzeugt, dass eine erste Qualitätsprüfung nach neun Monaten positiv ausfällt.