Gemeinderat Ehre, wem Ehre gebührt – nur das Wie ist offen

Mainhardt / Maya Peters 04.12.2018
Eine Ehrenordnung gibt Richtlinien zur Würdigung verdienter Personen. Eine neue Fassung soll es in Mainhardt geben.

Die Verwaltung will die Ehrenzeichen modernisieren. „Medaillen sind meines Erachtens nicht mehr zeitgemäß. Und die Preise haben uns schockiert“, erläutert Bürgermeister Damian Komor Änderungsgründe. 2004 habe man für eine Drei-Gramm-Goldmedaille noch 133 Euro gezahlt. Aktuell koste eine solche durch die Preissteigerungen 607 Euro, weiß Cornelia Scheuner aus der Verwaltung.

Raunen ist ob der Einkaufspreise aus dem Gremium zu vernehmen. Dennoch ist offensichtlich: Die alternativ mitgebrachten Stelen aus Glas oder Holz und Metall finden keine eindeutige Zustimmung. Die beiden Muster werden kritisch beäugt. Sie sollen jeweils individuelle Beschriftungen erhalten. „Wir wollen auch einen Geldbetrag überreichen“, erläutert Komor. Eine schöne Urkunde gebe es ebenfalls. Knapp 4000 Euro würden für die Ehrungen von der Gemeinde ausgegeben, weiß Scheuner. Durch die Aufnahme zusätzlicher Ehrungsanlässe könnten die Ausgaben auf 4500 Euro jährlich steigen.

„Ich bevorzuge, wenn überhaupt, Glas“, positioniert sich Bernhard Schweizer. Ein Symbol für den Schreibtisch im Büro sei sicher nett, doch stünde da kein Gegenwert dahinter. Auch eine Ansteckschleife könne er sich stattdessen vorstellen, zumindest für ältere Mitbürger. „Ein Holzscheit mit Blech außenrum ist ein unpassendes Ehrenzeichen“, wettert Walter Mack. Seine eigene einst erhaltene Medaille bewahre er in einer Schublade auf und schätze sie durchaus.

Rüdiger Honold vergleicht die vorgeschlagenen Ehrenzeichen mit Pokalen und fordert ebenfalls eine höhere Wertigkeit bei Auszeichnungen von Ehrenbürgern im Vergleich zu erfolgreichen Sportlern. „Also, ich find die nicht schlecht. Ein Geldgeschenk ist zwar schön, doch schnell ausgegeben“, konstatiert Alexander Enderle. „Wir vom Sportverein haben Erfahrung mit wertiger Laserung“, bietet Simon Müller an, die Suche nach alternativen Ehrenzeichen zu begleiten.

Zu eng gestaffelt

„Die Ehrung für Mitarbeiter halte ich für eng gestaffelt“, kritisiert Heiko Feger die Arbeitsjubiläen von 10, 20, 25, 30 oder 40 Jahren. Dass man sich des Themas grundsätzlich annehme, sei aber lobenswert. „Wir werden das Thema Ehrenzeichen nochmals mitnehmen“, schließt Bürgermeister Damian Komor die Diskussion. Möglicherweise müsse man zukünftig nicht nur zwischen „kleinen“ und „großen“ Ehrenzeichen unterscheiden, sondern weitere Abstufungen andenken – je nach Alter und Leistung der Menschen. Für einen jungen Sportler sei eine Stele gut, für einen Ehrenbürger aber zu wenig. „Wir nennen das mal Vorberatung, die Botschaft ist angekommen.“ Der frühere Bürgermeister Karl-Heinz Hedrich ist derzeit Mainhardts einziger Ehrenbürger. Bereits verstorben sind Ehrenbürger Eugen Wieland und Helmuth Heinzel.

Was die Ehrenordnung regelt

Grundlage Eine Ehrung kann nicht automatisch von Seiten der Gemeinde erfolgen. Sie muss beantragt werden. Dazu ist jeder berechtigt. Die Ehrenordnung gibt wieder, wer für welche Leistungen und Erfolge, beispielsweise im kulturellen oder sportlichen Bereich oder für seine Leistungen im Ehrenamt und für die Gemeinde, gewürdigt wird. Ausgezeichnet werden Bürger und Persönlichkeiten, die sich über das normale Maß hinaus für das Wohl der Gemeinde Mainhardt und deren Bevölkerung eingesetzt haben. Mittel sind die Verleihung des Ehrenbürgerrechts, die Benennung von Straßen, Plätzen oder öffentlichen Gebäuden, die Verleihung von Ehrenzeichen, das Überreichen von Ehrenpräsenten oder die Ehrenbezeugungen im Sterbefall.

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Die Gemeinde hat mehr als nur die drei Ehrenbürger, wie zuerst berichtet wurde. In dem Bericht waren nur die drei letzternannten Ehrenträger genannt. Zu den Ausgezeichneten gehört auch Helmut Rau, der von 1948 bis 1986 Bürgermeister der Gemeinde und bis zur Eingemeindung 1971 auch Bürgermeister von Ammertsweiler war. Anlässlich seiner Verabschiedung im April 1986 wurde ihm die außergewöhnliche Ehre zuteil. Auch ist die Helmut-Rau-Schule nach ihm benannt.

Bis April 1986 war die Ehrenbürgerwürde nur von der früheren Gemeinde Hütten an Wilhelm Waldmann vergeben worden.

Nach Helmut Rau wurde, ebenfalls 1986, Helmuth Heinzel, früherer Bürgermeister der Gemeinden Geißelhardt und Bubenorbis, zuletzt Ortsvorsteher dieser Ortschaften, das Ehrenbürgerrecht verliehen. Eugen Wieland, langjähriger Gemeinderat, erhielt diese Ehre ebenso wie Altbürgermeister Karl-Heinz Hedrich (1986 bis 2010).

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