Durststrecke und DFB-Chef auf Durchreise

Friedrich Meiser (links) ist sehr angetan von Wolfgang Niersbach, DFB-Chef - und vielleicht bald Uefa-Präsident? Privatfoto
Friedrich Meiser (links) ist sehr angetan von Wolfgang Niersbach, DFB-Chef - und vielleicht bald Uefa-Präsident? Privatfoto © Foto:  
+++ 25.07.2015

Ja, sind denn schon Ferien? Wenn Autos mit gelben Nummernschildern und Wohnwagen auf deutschen Autobahnen unterwegs sind, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass die Urlaubszeit begonnen hat. Vor wenigen Tagen übernachtete gar ein Ehepaar aus den Niederlanden mit seinem Campingbus auf einem Grünstreifen mitten in Oberspeltach. Den Platz wählte es jedoch nicht etwa, weil es im Dorf keinen Campingplatz gibt, sondern weil er direkt am Pilgerweg Richtung Santiago de Compostela liegt - und dahin sind die beiden unterwegs. Und für alle, die noch nicht auf der Reise sind: Nächste Woche Donnerstag ist der erste Ferientag. +++

Mitten in der Nacht platzte kürzlich auf einem Feld zwischen Bovenzenweiler und Untereichenrot eine betagte Hauptwasserleitung der Hohenloher Wasserversorgungsgruppe (HWG). Die Experten des Zweckverbandes spürten das Leck, aus dem rund 1000 Kubikmeter Wasser sprudelten, rasch auf, und auch die Reparatur ging binnen weniger Stunden vonstatten. Der Nachschub aber versiegte in dieser Zeit gänzlich. Die Durststrecke für Mensch und Tier in einigen Dörfern überbrückte der Wasserturm in Leuzendorf, der allerdings fast seine gesamte Speicherkapazität von 150 Kubikmetern einsetzen musste.Der Ball ist rund. Das weiß auch Friedrich Meiser, der Senior-Chef des Vital-Hotels in Neustädtlein. Meiser hatte dieser Tage hohen Besuch: Zu Gast war Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) - und vielleicht bald Uefa-Präsident, wenn Michel Platini vielleicht bald Präsident des Weltfußballverbandes Fifa wird? Darüber wird derzeit häufig spekuliert. Jedenfalls sei Niersbach ein ganz normaler, bescheidener Mensch ohne jegliche Allüren, findet Friedrich Meiser, "ein Super-Typ", einer, der dem Fußball gut täte.

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Dass Wiesenbach eigentlich nicht am Beach, sondern am Bosch liegt, ist ja allgemein bekannt. Und doch kommt einmal im Jahr echte Urlaubsatmosphäre auf, wenn die Jugend zur Beachparty ins Freibad lädt. Da zappeln die Tanzwütigen vorne am Becken zum Bumm-Bumm der Boxen wie Hündchen, die das Hauptexportgut des Ortes erschnuppert haben. Und da dreschen die anderen im Rückraum passend zur Erntezeit entspannt ein paar Weizen. Sage und schreibe 2000 Menschen wollten am vergangenen Wochenende mitfeiern. Verdienter Zuspruch für ein einfach gutes Fest.

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Das war eine Steilvorlage für die Firmenchefin: Als Landrat Gerhard Bauer bei der Einweihung des neuen Logistikzentrums von Möbel Bohn in Roßfeld augenzwinkernd von der "neuen Crailsheimer Stadthalle" sprach, griff Andrea Bohn das Stichwort sogleich auf und erzählte, dass sie sich in der Tat schon Gedanken über eine kulturelle Nutzung des Neubaus Gedanken gemacht hat. Sie könne sich aber auch die Merlins in der Halle vorstellen: "Da nehmen wir einfach die Regale raus." Dass das nicht nur nett gemeinter Smalltalk war, zeigte sich, als Bohn auch noch über Open-Air-Veranstaltungen vor dem Logistikzentrum sinnierte. Dort sind bereits alle notwendigen Anschlüsse vorhanden. Stadtrat Magnus Krause, einer der Kulturmacher in Crailsheim, hat's mit Interesse gehört.

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Na, das wäre mal eine Nachricht gewesen: "77 Millionen Euro", gab Bürgermeister Klaus-Dieter Schumm jüngst den Stadträten bekannt, bekomme Gerabronn aus einem Investitionspaket des Bundes. Man sah schon drei neue Kreisel aus dem Boden sprießen, mit goldenen Merkel-Statuen als zierende Kunst. Und man wusste plötzlich, warum bei der Gemeinderatssitzung Servietten mit aufgedruckten 100-Euro-Scheinen auslagen. Dann die Enttäuschung: Schumm hatte sich versprochen, es gibt nur 77 000 Euro. Keine Kreisel, keine Statuen. Servietten schon, immerhin.

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Menschen zusammenbringen - das ist Ziel des Empfangs, den die Spielbank Feuchtwangen jedes Jahr zu Ehren der Kreuzgangspiele gibt. Diesmal kamen so viele Menschen, dass sich Spielbankchefin Elisabeth Schock zeitweise fühlte wie zwischen Himmel und Hölle. Eingeladen hatte sie unter dem Motto "Zwischen Himmel und Erde" und damit Bezug genommen zu den Stücken, die im Kreuzgang zu sehen sind: "Der Brandner Kasper" und "Der eingebildete Kranke". Doch die Gastromie-Mannschaft um Bernd Förster behielt alles im Griff, und so schwebte Schock, die in Crailsheim lebt, am Ende des Abends irgendwo zwischen Erde und Himmel. hof/haz/res/sebu/ah