„Stand der Abwicklung der entstandenen Kosten bei den Hilfsorganisationen anlässlich der Jagstkatastrophe im August 2015“: Damit ist die Kleine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Dr. Friedrich Bullinger vom 26. Oktober überschrieben. Jetzt bekam er eine Antwort vom Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund drei Millionen Euro und verteilen sich auf drei Landkreise: 1,6 Millionen Euro Heilbronn, 1,1 Millionen Euro Hohenlohekreis, 250 000 Euro Schwäbisch Hall. Die Anträge auf Kostenerstattung würden noch vom Regierungspräsidium (RP) geprüft, heißt es. Im Vorfeld war von unbürokratischer Hilfe die Rede. Ob deswegen Rechtsvorschriften „einstweilig außer Vollzug gesetzt“ wurden, will Bullinger wissen. Antwort: „Eine unbürokratische Hilfestellung im Sinne eines Außerachtlassens geltender rechtlicher Vorgaben erfolgt im Rahmen der Kostenerstattung nicht.“

Eine Million für die Feuerwehren

Interessant ist, wie sich die Gesamtsumme auf die Hilfsorganisationen verteilt. Mehr als die Hälfte (1,7 Millionen Euro) sind „Kosten für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“. Davon entfallen eine Million auf die Feuerwehren, 650 000 auf das THW, 17 000 auf die DLRG und 9000 auf das DRK. Bei den Feuerwehren aus dem Landkreis Hall rechnet Gerabronn mit 40 000 Euro ab, Kirchberg mit 16 000 Euro und Langenburg mit 14 000 Euro. Wer noch keine Rechnung gestellt hat, ist die Crailsheimer Wehr. Dafür fallen die anderen Landkreise umso mehr ins Gewicht. Widdern fordert 100 000 Euro, Möckmühl 85 000 Euro, Heilbronn 60 000 Euro und Stuttgart 40 000 Euro – vier Beispiele aus dem Landkreis Heilbronn. Die höchste Feuerwehr-Rechnung im Hohenlohekreis ist die aus Krautheim (108 000), gefolgt von Schöntal (85 000) und Mulfingen (64 000). Die 650 000 Euro, die das THW veranschlagt, sind zum größten Teil im Landkreis Heilbronn (430 000) und im Hohenlohekreis (215 000) aufgelaufen.

Von den drei Millionen Euro wurden 640 000 für „Arbeiten an der Jagst, Dammbau und Belüftung“ aufgewendet, 250 000 für „Kraftstoff und Energie“ sowie 80 000 für „Analytik, Probenentnahmematerial und Kläranlagenbetreiber“. Im Frühjahr 2017, auch das steht in der Antwort, plant das RP eine Infoveranstaltung, in der Abschlussberichte vorgestellt werden.