Goldbach Dorfgemeinschaft engagiert sich über das Lichterfest hinaus

Auch das muss sein: Beim Goldbacher Heimatfest 2013 waren (von links) Oberbürgermeister Rudolf Michl, Lichterfest-Organisator Guy Franquinet und Ortsvorsteher Karl Druckenmüller in der »Promi-Kutsche« unterwegs.
Auch das muss sein: Beim Goldbacher Heimatfest 2013 waren (von links) Oberbürgermeister Rudolf Michl, Lichterfest-Organisator Guy Franquinet und Ortsvorsteher Karl Druckenmüller in der »Promi-Kutsche« unterwegs. © Foto: Christine Hofmann
CHRISTINE HOFMANN 11.09.2013
Stadtnah und doch inmitten von Natur liegt der Stadtteil Goldbach. Seine Bewohner engagieren sich in verschiedenen Vereinen und Gruppen. Und bei Großveranstaltungen packen wie selbstverständlich alle mit an.

Stadtnah und doch inmitten von Natur liegt der Stadtteil Goldbach. Seine Bewohner engagieren sich in verschiedenen Vereinen und Gruppen. Und bei Großveranstaltungen packen wie selbstverständlich alle mit an.

Gerade mal gut drei Wochen ist es her, dass sich der Stadtteil Goldbach in ein Lichtermeer verwandelt hat. 25.000 farbige Kerzen ließen das Tal und die Ortschaft erstrahlen (hier geht's zu Bildergalerie). Rund fünftausend Menschen kamen aus nah und fern, um sich das Spektakel anzuschauen. Das Lichterfest ist das Aushängeschild des östlich von Crailsheim gelegenen Stadtteils. "Dieses Fest ist Ausdruck des großen Engagements und des guten Zusammenhalts unserer Dorfgemeinschaft", erklärt Ortsvorsteher Karl Druckenmüller. Und: "Planung, Organisation und Durchführung liegen fest in Goldbacher Hand. Da helfen alle mit." Für die 950 Einwohner der 1975 eingemeindeten Stadtteils ist das Fest jedes Jahr aufs Neue eine große Herausforderung.

Dennoch wollen sich die Goldbacher nicht allein auf die Großveranstaltung Lichterfest reduzieren lassen. "Unser zweites Aushängeschild ist das Freibad", meint Karl Druckenmüller. Als bekannt wurde, dass das idyllisch gelegene Familienbad in diesem Jahr wegen der veralteten Technik nicht geöffnet werden kann, war das vor allem für Familien mit Kindern eine Schreckensnachricht. "In Goldbach gab es schon das Freibad, als die Crailsheimer noch zum Baden in die Jagst gingen", erinnert sich der Ortsvorsteher.

Das Bad wurde ursprünglich als Löschwasserbecken gebaut und besitzt bis heute diese Doppelnutzung. Seit zehn Jahren gibt es den Schwimmverein Goldbach, der den Betrieb des städtischen Bades unterstützt. In eigener Regie wurden bereits die Sanitäranlagen umgebaut und wird der Kiosk betrieben. Künftig soll der Verein auch die Badeaufsicht stellen. Elf Vereinsmitglieder lassen sich gerade zum Rettungsschwimmer ausbilden. Nun hoffen die Goldbacher, dass der Crailsheimer Gemeinderat der notwendigen Sanierung des Bades zustimmen wird, damit zur nächsten Saison wieder in Goldbach geplantscht und geschwommen werden kann.

Der TSV Goldbach ist mit über 400 Mitgliedern der größte Verein des Stadtteils. In der Fußballabteilung, beim Tischtennis und Turnen werden hier vom Kind bis zum Senioren viele bewegt. Seit Jahren bemühen sich die Sportler um den Bau eines Ausweichsportplatzes. Von einer eigenen Halle können die Goldbacher indes nur träumen. "Wir sind neben Kreuzberg der einzige Crailsheimer Stadtteil ohne Halle. Wenn wir eine hätten, wäre bei uns vielleicht noch mehr los", vermutet Karl Druckenmüller.

Hier ist viel geboten: Wer sich nicht in den Sportvereinen engagiert, gehört der freiwilligen Feuerwehr an oder den Maibaumfreunden, der singt im gemischten Chor oder bei den "Fuchslochlerchen", die sich anlässlich des Heimatfestes, das im Sommer groß gefeiert wurde, wieder gegründet haben. Auch die Kirchengemeinde trägt durch verschiedene Gruppen und Angebote zum Gemeinschaftsleben bei. "Ganz gleich, wo man sich engagiert, es gibt einen guten Zusammenhalt. Man hilft sich gegenseitig, und wenn es drauf ankommt, kann man sich auf die Goldbacher stets verlassen", so Druckenmüller.

Zu Goldbach, das sich mit der Erschließung des Neubaugebietes in den nächsten Jahren der Tausend-Einwohner-Grenze nähern wird, gehören keine weiteren Weiler. Wie eine gewachsene Insel liegt es umgeben von Natur am Fuß der Fränkischen Berge. Nach nur drei Kilometern ist man in Crailsheim, dank des Radwegs auch auf zwei Rädern. Für Ortsvorsteher Druckenmüller, der sich, obwohl er eingeheiratet hat, trotzdem als echter Goldbacher fühlt, ist Goldbach "einer der schönsten Stadtteile Crailsheims".