Fest Dorffest in Altenmünster - Lästermaul in Aktion

Altenmünster / MATHIAS BARTELS 29.07.2013
Wenn Altenmünster zum Dorffest bittet, darf der "Bruddler" nicht fehlen. Natürlich gab das beliebte, dorfbekannte Lästermaul alias Arnulf Brenner auch am Sonntag seinen Senf zur allgemeinen Lage der Nation.

Politiker jeder Couleur - je wichtiger, umso fester druff - dürften ihn fürchten, denn der "Bruddler" nimmt nun wirklich kein Blatt vor den Mund, wenn er zu seinem Rundumschlag anhebt. Wenn aber, so wie heuer, auch noch eine wichtige Wahl ansteht, wirds wirklich heftig. Da fragt sich dann schon, ob die Damen und Herren aus der Politik nicht lieber auf die Leviten des munteren älteren Herrn mit Fliege, Zylinder und erhobenem Zeigefinger verzichten würden. In der Schwebe ist es ja schon, ob der "Bruddler" weitermacht, denn sein Alter Ego, Schulleiter Arnulf Brenner, steht drei Tage vor dem Start in sein Pensionärsdasein. "Schaun mer mal", bemüht er einen Spruch von "Kaiser Franz". "Wenn die mich noch wollen nächstes Jahr - ich weiß es nicht."

Dicke Lippe riskiert

Da wird wohl die funktionierende Altenmünsterer Dorfgemeinschaft vor sein, die "ihren Arnulf" schon noch zum Weitermachen bewegen wird. Immerhin war es am gestrigen Sonntag bereits sein 26. Auftritt. Gewachsen sei er mit seiner Rolle als bruddelndes Dorfgewissen. Mittlerweile riskiert er eine richtig dicke Lippe und nimmt Dinge aufs Korn, die manche Zeitgenossen sicher gern unter der Decke gehalten hätten. Themen gibts eben reichlich, sie müssen aber auch gut beobachtet und weiterverarbeitet sein.

Das hat Arnulf Brenner drauf, keine Frage. Am Sonntag erhielten auf Hohenlohisch erneut alle reihum ihr Fett - vom OB über die obersten Stadtbeamten, Lehrer, Kreis- und Gemeinderäte, Landrat und die "Volksverdreher" bis hin zur hohen Politik samt Merkel und Obama. Manchen dürften die bissigen Tiraden des "Bruddlers" wie Buß- und Bettag und Aschermittwoch zugleich in den Ohren geklungen haben.

Sogar seinen Schulleiter-Kollegen verpasste er symbolisch ein paar Watschn, dem "ungekrönten König Ludwig" etwa, dem "Vier-Sterne-Koch" gleich nebenan oder den Schulmeisterlein aus der "Guldenburg". Dafür gab es auch Lob, zum Beispiel für den neuen Radweg , allerdings nicht, ohne gleich einzuschränken, dass von Ingersheim nach Altenmünster die Fahrt nun allerliebst sei, wer aber weiter wolle nach Onolzheim, der sei selber schuld.

Eine Breitseite ging in Richtung Haller Landratsamt und Kreistag, die sich in Sachen CR-Nummernschild als ganz "Hardleibiche" entpuppt hätten. "Des koschd doch di Haller konn Cent und iss birgernah", argumentierte der "Bruddler". "Awwer die Haller hinda, dia genna uns ja nedd-amool des Schwarze underm Fingernouchel". So, das musste ja offenbar mal gesagt werden. . . - wer mehr vom "Bruddler" hören will, muss halt nächstes Mal selber hin.

Schön wars, lustig wars, nachdenkenswert wars allemal - zumal die Dorfgemeinschaft anschließend noch ordentlich was zu feiern hatte.