Kirchberg Diese Musik berührt die Herzen

Musik und Lyrik im Wechsel: Das Projekt von Manfred Bretter (Vierter von links) stößt in der Kirchberger "Klappe" auf große Resonanz. Die Schauspielerin Simone von Racknitz liest die deutschen Übersetzungen der Texte. Foto: Hartmut Volk
Musik und Lyrik im Wechsel: Das Projekt von Manfred Bretter (Vierter von links) stößt in der Kirchberger "Klappe" auf große Resonanz. Die Schauspielerin Simone von Racknitz liest die deutschen Übersetzungen der Texte. Foto: Hartmut Volk
Kirchberg / HARTMUT VOLK 21.05.2014
Auf viel Publikumsbegeisterung im ausverkauften Saal des Kirchberger Kinos "Klappe" stößt das Projekt "Home" des Künstlers, Musikers und Komponisten Manfred Bretter aus Untermünkheim.

Inspiriert von den Singer-Songwritern der 1970er-Jahre ist Bretter mit verschiedenen Musikprojekten unterwegs. Gemeinsam mit seinen vier Bandmitgliedern verbindet er aussagekräftige Poesie mit hochwertigen Arrangements akustischer Musik, die unter die Haut gehen und die Zuhörer berühren.

Die fünf Musiker, die auch privat freundschaftlich verbunden sind, vergleicht Moderator Norman Gräter mit den Organen des menschlichen Körpers: Der Kopf ist Bandleader Manfred Bretter, auf sichere Füße gestellt vom satten, lässigen Grundbeat des Schlagzeugers Simon Buchwitz, locker aus der Hüfte an der Gitarre und am Banjo begleitet von Max Burlage, mit sensiblen Händen an der Bratsche gestrichen von Heike Buchwitz, und mit voluminösen Bauchklängen von Andreas Kehler am Kontrabass.

Mit ihren Prägungen aus Folk, Jazz, Blues und Rock kreieren die fünf Künstler eine facettenreiche und harmonische Klang-Melange mit dreistimmigem Gesang und virtuosen Gitarren-Soli - in der Lautstärke wohltuend moderat.

Das Spektrum der Lieder reicht von nachdenklich bis ausgelassen. Sie handeln von den kleinen und großen Dingen im Fluss des Lebens, immer geprägt von tiefem Vertrauen in das Leben und dem Impuls, niemals aufzugeben.

Seine Texte hat Manfred Bretter gemeinsam mit der Schwäbisch Haller Autorin Verena Unsin verfasst. Sie hat die gereimten Strophen aus dem Englischen auch in deutsche Prosa übersetzt, die die Schauspielerin Simone von Racknitz vor jedem Song mit ausdrucksstarker, professioneller Sprecherstimme vorträgt.

Die neugierige Erwartung des Publikums wandelt sich bald in lustvolles Mitswingen. Die zwei Konzertstunden reichen für zwei Zugaben. Wenn draußen nicht schon die Spätfilmbesucher gewartet hätten, hätte man gern noch länger zugehört.