Schrozberg Die Schlangen sind wohl noch im Haus

Schrozberg / Von Birgit Trinkle 28.06.2018
Die Bewohnerin eines Hauses, das am Mittwochnachmittag in Ettenhausen recht schnell in Flammen stand, bleibt ebenso unverletzt wie ihre Hunde. Die Feuerwehr ist stundenlang beschäftigt.

Mit bloßen Füßen, sich dabei eine Schnittverletzung zuziehend, rennt die Frau zu ihrem Hund, der sich auf eine nahe Wiese gerettet hat: Jetzt sind alle ihre sieben Hunde – „meine Babys“ – in Sicherheit. Dass sie selbst sehr viel Glück hatte, wird ihr erst allmählich bewusst.

Ihre drei Schlangen sind noch im brennenden, akut einsturzgefährdeten Haus. Auf verständlicherweise besorgte Anfrage der Einsatzkräfte wehrt sie ab: Die beiden Boas seien noch winzig, zeigt sie mit den Händen 30 Zentimeter an, die würgten nichts und niemanden, und die Kalifornische Kingsnake (Kettennatter) garantiert harmlos. „Bitte, bitte, ganz vorsichtig hochnehmen, wenn sie noch leben, die sind nicht schleimig, das sind wunderschöne Tiere.“

Aber zu diesem Zeitpunkt hat die Wehr ganz andere Sorgen. Aus noch ungeklärter Ursache hat ein Feuer in dem Einfamilienhaus in der Ganertshausener Straße gewütet, in einem Maß, dass zunächst nur von außen und mittels Drehleiter gelöscht werden kann. Während sich die Wehren um das Haus kümmern und ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude verhindern, versorgen die Nachbarn die obdachlos Gewordene mitsamt ihren Hunden. Auch Schrozbergs Bürgermeisterin Jacqueline Förderer bietet Hilfe an. Das Haus war nicht viel wert, sodass die Polizei den Sachschaden auf rund 50.000 Euro schätzt. Zur Brandursache wird ermittelt. Die Bewohnerin sagt, sie habe „einen Knall“ gehört.

Ein Ort ohne Strom

Die Feuerwehr aus Schrozberg um Stadtbrandmeister Marc Möbus wurde von den Wehren aus Blaufelden, Gerabronn und Crailsheim unterstützt. Anzunehmen, dass sich unter ihnen der eine oder andere begeisterte Fußballfan findet. Ganz selbstverständlich waren dennoch zeitweise rund 50 Einsatzkräfte mit elf Fahrzeugen am Brandort: Sie sind’s gewohnt, Tag und Nacht und unter allen Umständen auszurücken. Dass sich das WM-Gucken nicht lohnte, wussten die Feuerwehrler zu diesem Zeitpunkt ebenso wenig wie der gesamte Ort Ettenhausen, der über geraume Zeit ohne Strom war. Im nahe gelegenen Biergarten, in dem sich Fans zum Public-Viewing eingefunden hatten, behalf man sich mit einem batteriebetriebenen Radio. Anderen bereitete der Inhalt ihrer Tiefkühltruhen viel mehr Sorgen.

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