Der Dünsbach, nach dem die Ortschaft über dem Jagsttal benannt ist, ist gerade einmal etwa 1100 Meter lang und hat ein Einzugsgebiet von rund zwei Quadratkilometern. Die meiste Zeit plätschert er als harmloses Bächlein durch die Wiesen vor sich hin, dann fließt er steil durch eine Klinge hinunter, um in Kleinforst in die Jagst zu münden.

Ein anderes, ein furchterregendes Gesicht zeigte der Dünsbach am 29. Mai 2016, als ihn ein schweres Unwetter anschwellen ließ. Eine Geröll- und Schlammlawine donnerte durch die Klinge und hinterließ einen Millionenschaden. In dieser Nacht spielte nicht nur der Dünsbach verrückt, sondern viele Bäche, die in Jagst und Kocher münden. An der Beseitigung der Schäden wird noch heute gearbeitet.

An der größten Baustelle, die es im Gerabronner Stadtgebiet derzeit gibt, geht es nicht allein um die Behebung des Schadens, der 2016 am Dünsbach entstanden ist. Es geht vor allem darum, den Bachlauf so umzubauen, dass sich eine Katastrophe wie 2016 möglichst nicht wiederholt. Mit den Arbeiten hat die Stadt das Bauunternehmen Böwingloh und Helfbernd aus Nordrhein-Westfalen beauftragt, das unter anderem auf Gewässerbau spezialisiert ist. Nach einem Plan des Haller Ingenieurbüros IPE wird der Dünsbach seit dem vergangenen Oktober auf einer Länge von 260 Metern saniert. Wegen der Weihnachtsferien ruhen die Arbeiten derzeit; sie werden am kommenden Montag fortgesetzt.

Am auffälligsten ist ein Geröllfang, der am Waldrand oberhalb des Dorfes entsteht. Hier hat der Dünsbach ein geringeres Gefälle als in der Klinge oberhalb. Die Mulde, die vor dem Geröllfang  eingerichtet wird, wird so groß angelegt, dass sie mit schwerem Gerät befahren werden kann. Sollte sich hier Geröll auftürmen, kann es mit einem Bagger aufgeladen und mit Lastwagen abtransportiert werden.

Das Bachbett erhält einen größeren Querschnitt und wird teils mit einer Betonsohle und Muschelkalkblöcken am Ufer versehen, teils mit einem U-Profil aus Beton. Die Oberfläche des Betons erhält eine raue Struktur, auf der sich Flechten und Moose ansiedeln können. Komplett ersetzt wird die Brücke über den Dünsbach, die Kleinforst über einen Waldweg mit Morstein verbindet. An dieser Stelle wird eine Betonplatte über den Bach gelegt.

Bis zum kommenden Juni sollen die Arbeiten in Kleinforst abgeschlossen sein. Sie werden vo­raussichtlich 1,18 Millionen Euro kosten. Das Land steuert dazu einen Zuschuss von 884 000 Euro bei. In einem zweiten Bauabschnitt geht es um Arbeiten in Dünsbach. Dort wird für rund 250 000 Euro unter anderem ein Rückhaltebecken angelegt.

Bei einer Baustellenbesichtigung kurz vor Weihnachten zeigte sich Bürgermeister Christian Mauch zufrieden mit dem Baufortschritt. Dabei hob er besonders das gute Miteinander zwischen den Bauarbeitern und den Bewohnern des Dorfes hervor.

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