Fichtenau Die Jesus zeigende Gottesmutter vermittelt Trost

Zur Kirche „Zur schmerzhaften Mutter“ führte am Sonntag die Bildprozession in den Wald bei Matzenbach hinaus.
Zur Kirche „Zur schmerzhaften Mutter“ führte am Sonntag die Bildprozession in den Wald bei Matzenbach hinaus. © Foto: Ralf Snurawa
Fichtenau / Ralf Snurawa 12.09.2018
Mehr als 350 Katholiken beteiligen sich am Gottesdienst an der Bildkapelle in Matzenbach.

Mehr als 350 Gläubige haben am Sonntagnachmittag am Gottesdienst vor der Bildkapelle bei Matzenbach teilgenommen. Eine ganze Reihe von ihnen war der Prozession von der Matzenbacher Kirche „Zur schmerzhaften Mutter“ hinaus in den Wald gefolgt.

Pfarrer Markus Engert hatte mit Dekan Matthäus Ottenwälder einen ausgezeichneten Prediger gewonnen. Der heute das Bischöfliche Dekanat Roth-Schwabach im Bistum Eichstätt leitende Ottenwälder ist in Stimpfach auf einem Bauernhof aufgewachsen.

Erst das Fest, dann Kartoffeln

Darauf wies er auch die Gottesdienstbesucher hin. Früher habe es immer geheißen, zuerst komme das Matzenbacher Bilderfest, dann würden die Kartoffeln geerntet. Erst danach gehe es aufs Crailsheimer Volksfest. Angetan war der Dekan von den Gesangseinlagen des Liederkranzes Wildenstein, der neben Mariengesängen auch Peter Brettners „Lobgesang des Ambrosius“ und Jakob Christs in heutiger Zeit wieder mehr denn je nötiges „Domine pacem da nobis“ intonierte.

Seine Predigt hatte Dekan Matthäus Ottenwälder mit „Zeige uns Jesus“ überschrieben. Er bezog sich dabei auf die in der Bildkapelle zu sehende Maria mit dem Jesuskind in ihrem Arm und darauf, dass dies eine Wallfahrtsstätte der „Gottesmutter der Schmerzen“ sei.

Ottenwälder setzte beim Benediktinermönch Hermann von Reichenau an, der aus dem Grafengeschlecht derer von Altshausen-Veringen stammte. Er stellte die Leistungen des Benediktiners heraus: So habe er eine Weltchronik verfasst, unser heutiges fünf Linien umfassendes Notensystem erfunden, astronomische Studien betrieben und die Einteilung der Stunde in 60 Minuten begründet.

Dieser Hermann von Altshausen sei gesundheitlich aber durch seine Behinderung stark benachteiligt gewesen. Er sei etwa nur unter Mühen imstande gewesen zu schreiben. Er litt körperliche Qualen. Da er aufgrund seiner Abstammung und wegen Zuwendungen bevorzugt behandelt wurde, schikanierten ihn seine Mitbrüder. „Mobbing in Hochform“ sei das gewesen.

Hermann hatte ein Lied verfasst, das ihn unsterblich gemacht habe: das „Salve Regina“, das ihm in solchen Situationen Kraft und Stärke verliehen habe, so Dekan Ottenwälder weiter. Und auch das Gnadenbild könne für Gläubige solch eine Funktion erfüllen.

Die Gottesmutter zeige ihren Sohn auf dem Schoß. Sie habe – wie vielleicht einige der Gottesdienstbesucher ihre Kinder heute – ihren Sohn damals auch nicht verstanden, als er plötzlich verschwunden war, um im Tempel zu diskutieren.

Vom engsten Jünger verraten

Auch bei Stürmen des Lebens oder Sorgen um den Arbeitsplatz: Mit dem Zeigen ihres Sohnes könne sich der Sturm legen wie in der Geschichte vom Sturm auf dem See, dem Jesus gebietet sich zu legen. Manche Menschen fühlten sich von anderen im Stich gelassen. Ottenwälder wies auf Jesus hin, der von seinem engsten Jünger verraten wurde.

Manche Menschen litten Schmerzen: Auch Jesus habe sie bei seinem Todeskampf auf dem Ölberg gelitten. Maria als „Königinmutter der Barmherzigkeit“ zeige ihren Sohn Jesus, um damit zu trösten.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel